Architektur

Bei dem von der Tiroler Landesregierung Ende Jänner 2013 ausgeschriebenen Architekturwettbewerb für das SFZ wurden 151 Projekte fristgerecht eingereicht. Als klarer Sieger mit einstimmiger Juryentscheidung (Vorsitz: Architekt Erich Steinmayer) ging das Projekt der Wiener Architekten Robert Diem und Erwin Stättner (Franz&Sue) hervor. Das Siegerprojekt gewährleistet optimale klimatische Bedingungen, ist von hoher städtebaulicher und architektonischer Qualität und berücksichtigt durch die Verwendung langlebiger Materialien einen ökologischen, nachhaltigen Betrieb.

MONOLITHISCHER CHARAKTER
Der monolithische Charakter des Gebäudes spiegelt seine Bedeutsamkeit für das Land Tirol wider. Die Fassadengestaltung ist außergewöhnlich: Die Form eines mittelsteinzeitlichen Faustkeils ist in unregelmäßigen Abständen in die moderne Glasfaserbetonwand nachempfunden – das Objekt sozusagen „konserviert“. Die Architektur visualisiert die Funktion des Gebäudes und verschmilzt Altes mit Neuem. In seinem Inneren überrascht der Bau mit einem begrünten Atrium. Alle Arbeits- und Atelierräume sind um dieses angeordnet. Büros, Gänge mit Glaswänden und Atrium ergeben räumlich eine große helle Arbeitswelt.

DEPOTS IN ÄUSSEREM RING
Ca. 7.800 m² stehen als Depotfläche zur Verfügung. Untergebracht werden hier die Sammlungen des Ferdinandeums (ausgenommen der Bibliothek), des Volkskunstmuseums, des Kaiserjägermuseums und die Kunstsammlungen des Landes Tirol. Die Depotflächen sind in einem äußeren Ring angelegt und über Schleusen zu erreichen. Vorgelagert sind ein Pack-, ein Entlade-, ein Großkonservierungsraum sowie diverse Manipulationsräume. Für den An- bzw. Abtransport ist eine LKW-Schleuse vorgesehen.

WERKSTÄTTEN UND BÜROS
Die Gemälde-, Objekt- und Papierrestaurierung sowie die Räume zur Restaurierung der Bestände der Archäologie und des Volkskunstmuseums sind auf 525 m² untergebracht. 547 m² nehmen die Werkstätten ein. Zwei Kustodiate, die Naturwissenschaftlichen Sammlungen sowie die Vor- und Frühgeschichtlichen und Provinzialrömischen Sammlungen, sind mit ihren Räumen in den beiden Untergeschoßen zuhause. Im Gebäude dienen daneben noch weitere 800 m² für Arbeits- und Büroräume.

KONSTANTES KLIMA
Der flache, niedrige Bau gewährleistet optimale klimatische Bedingungen, da zwei der drei Geschoße in die Erde versenkt sind. Das Generalklima für die Depoträume liegt bei 19° Celsius, die relative Feuchte bei 50%. Erfahrungen aus zukunftsweisenden Depot-Neubauten der letzten Jahre haben deutlich gemacht, dass die Gleichmäßigkeit des Klimas eine größere Rolle spielt als die nur mit hohem technischen und Folgeaufwand erreichbaren spezialisierten, absoluten Klimawerte.

MEDIENINFORMATION
Die Medieninformation der Tiroler Landesregierung vom 28.5.2013 zum Siegerprojekt finden Sie hier.
Medieninformationen zum SFZ von Franz&Sue finden Sie hier.