EBERT-ORGEL

Mit dem Bau der Innsbrucker Hofkirche und der Fertigstellung des weltberühmten Grabmals für Kaiser Maximilian I. setzte Kaiser Ferdinand I. seinem legendären, Innsbruck besonders zugetanen Großvater ein Denkmal. 1561 wurde in diesem neu errichteten Gotteshaus die prächtige Orgel des Ravensburger Meisters Jörg Ebert abgenommen. Die Jahreszahl am Klaviaturrahmen zeigt das Jahr 1558 an, der Bau der Hofkirche war zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen. Die Ebert-Orgel zählt zu den ältesten spielbaren und wertvollsten Orgeln der Welt. 

Das kunstvolle Gehäuse der Orgel besteht aus Zirbenholz, wobei das Hauptwerk und das Rückpositiv mit Flügeltüren verschließbar sind. Die Flügeltüren sollten zum einen das Orgelinnere vor Schmutz und Insekten schützen, zum anderen hatten sie bis in die Mitte des 17. Jahrhunderts auch eine liturgische Bedeutung. Zur Advents- und Fastenzeit blieben die Flügeltüren geschlossen, auch während darauf gespielt wurde. Dadurch hörte sich die Orgel leiser an und mahnte die KirchenbesucherInnen zur Andacht. Dieser Funktion folgend befanden sich auf den großen geschlossenen Flügeltüren die biblische Szene der „Anbetung des Jesuskindes in der Krippe durch die Hirten“. Die geöffneten Flügeltüren zeigen hingegen „Erzengel Gabriel und Maria Verkündigung“ sowie auf den unteren Türen ursprünglich die „Auferstehung und Himmelfahrt Christi“. Vermutlich durch Restaurierungsarbeiten wurden diese jedoch mit der Bibelszene „die Flucht nach Ägypten“ vertauscht.

Erleben Sie die einmaligen Klänge der über 450-jährigen Orgel in unseren Konzerten.