Musiksammlung

Die Musiksammlung widmet sich der umfassenden Dokumentation der Tiroler Musikgeschichte und -gegenwart. Tirol wird dabei gemäß der Tradition des Ferdinandeum in seiner historischen Dimension begriffen, mit Nord-, Ost- und Südtirol sowie dem Trentino.

NOTENSAMMLUNG
Die Notensammlung ist in fast 200 Jahren Museumsgeschichte zu einer wahren Fundgrube für die regionale Musikgeschichte und einem sehr vielfältigen Bestand von internationaler Bedeutung gewachsen. Über 20.000 Handschriften und Drucke finden sich hier. Einen besonderen Schwerpunkt bilden Handschriften und Drucke aus Tiroler Stadt- und Landkirchen sowie Klöstern (vor allem 18. und 19. Jahrhundert) und Nachlässe von Tiroler Komponisten wie Josef Netzer, Johann Rufinatscha, Ernst Tschiderer, Karl Senn u. a.

INSTRUMENTENSAMMLUNG
Ebenso heterogen in ihrer Konsistenz präsentiert sich die Instrumentensammlung, mit ca. 400 Objekten eine der größten Österreichs. Dauerhaft in der Schausammlung des Ferdinandeum zu sehen sind ausgewählte Streich- und Zupfinstrumente, zudem einige historische Klaviere wie der international berühmte Hammerflügel von Conrad Graf (Wien 1835). Unter den Streichinstrumenten ragen die Instrumente des legendären Tiroler Geigenbauers Jakob Stainer (ca. 1620–1683) als besondere Preziosen hervor. Die Blasinstrumente stammen überwiegend aus Beständen von Tiroler Musikkapellen und umfassen einige Raritäten, etwa tiefstimmige Doppelrohrblattinstrumente des 19. Jahrhunderts.

Die Musiksammlung versteht sich als Service- und Anlaufstelle für Wissenschaft und Praxis, als fachkompetenter Partner im wissenschaftlichen und öffentlichen Diskurs. Kooperationen mit tirolischen und internationalen Musikinstitutionen werden bewusst angestrebt und kontinuierlich gepflegt. Die Sammlungsbestände können über den Zettelkatalog in der Bibliothek des Ferdinandeum (Notensammlung bis 2005) bzw. über Datenbank-Recherche (Notensammlung ab 2006, Instrumentensammlung) in Absprache mit dem wissenschaftlichen Personal recherchiert werden.

Die nächsten Termine:

ZUKUNFTSMUSIK
Franz Schubert: Die letzten drei Klaviersonaten

Samstag, 4. Mai, 19 Uhr
Collegium Canisianum

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Tobias Koch ist einer der renommiertesten Pianisten der Gegenwart. Er musiziert auf historischen und modernen Klavieren gleichermaßen, sucht aber immer das Besondere.
Dieses fand er bei seinem ersten Gastspiel im Tiroler Landesmuseum 2018. Koch hatte damals Gelegenheit, drei historische Hammerklaviere der Tiroler Landesmuseen zu bespielen. Besonders das Prunkstück unter diesen Instrumenten, der Flügel des Wiener Klavierbauers Conrad Graf, nahm ihn ob seiner klanglichen Rafinesse sofort gefangen. So war es auch nicht schwierig, diesen international vielbeschäftigten Künstler für ein Konzertprojekt zu gewinnen, in dessen Mittelpunkt Gipfelwerke der romantischen Klavierliteratur stehen: Schuberts letzte drei Klaviersonaten, ein kostbares Vermächtnis aus dem Todesjahr des Komponisten.

Tobias Koch (Hammerflügel Conrad Graf)

In Kooperation mit dem Kulturverein Justiz Tirol

Adresse
Collegium Canisianum
Tschurtschentalerstraße 7
6020 Innsbruck

Preis
€ 19
erm. € 16
€ 10 für SchülerInnen & StudentInnen bis 27 Jahre

Konzert im Abonnement erhältlich

GEISTLICHE OPER
Antonio Cesti: Oratorium Natura et quatuor elementa dolentia ad Sepulcrum Christi

Samstag, 11. Mai, 19 Uhr
Hofkirche

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(Wiedererstaufführung)

 

Zentraler Bestandteil dieses Kirchenkonzertes ist ein geistliches Oratorium aus der Feder von Antonio Cesti, dessen Todestag sich 2019 zum 350. Mal jährt. Cesti war der Star unter den Opernkomponisten seiner Zeit und fand am Innsbrucker Hof unter der Regentschaft des ebenso kunstsinnigen wie vergnügungssüchtigen Fürsten Erzherzog Ferdinand Karl ideale Bedingungen vor. Der Italiener schrieb für Innsbruck seine bedeutenden Opern. In der Fastenzeit, in der Opernaufführungen untersagt waren, musste trotzdem auf musikalisches Vergnügen nicht verzichtet werden: Oratorien, also Bühnenwerke mit geistlichen Themen, stillten den Hunger nach neuester Musik. Zwei in Deutschland beheimatete Ensembles erwecken nun ein unbekanntes Oratorium von Cesti zu neuem Leben und umrahmen es mit Musik der Zeit.

Ensemble polyharmonique
Concerto Melante

Preis
€ 19
erm. € 16
€ 10 für SchülerInnen & StudentInnen bis 27 Jahre

Konzert im Abonnement erhältlich

Global Player Maximilian
Renaissancemusik im Netzwerk internationaler Beziehungen

Mittwoch, 29. Mai, 19 Uhr
Hofkirche
Volkskunstmuseum

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Kaiser Maximilian war ein Kosmopolit, der ein Riesenreich regierte. Er orientierte sich in seiner glänzenden Hofhaltung, die selbstverständlich auch eine große und mit internationalen Größen der Musikwelt besetzte Hofkapelle mit einschloss, am Vorbild Burgunds. Dieses Territorium, das die Habsburger durch Maximilians erste Ehe erworben hatten, war wirtschaftlich und kulturell ein Brennpunkt, die dynastischen Verflechtungen und der kulturelle Austausch allerdings erstreckten sich weit über ganz Europa. Das stilkundige, hoch karätig besetzte Ensemble rosarum flores beleuchtet das Netzwerk frühneuzeitlicher Musikbeziehungen.

Ensemble rosarum flores

Preis
€ 19
erm. € 16
€ 10 für SchülerInnen & StudentInnen bis 27 Jahre

Konzert im Abonnement erhältlich

ROM 1700
Arcangelo Corelli: Violinsonaten

Freitag, 21. Juni, 19 Uhr
Haus der Musik

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Als berühmtester italienischer Geigenvirtuose und Instrumentalkomponist seiner Zeit war sich Arcangelo Corelli der stilbildenden und epochemachenden Kraft seiner Werke durchaus bewusst. Wie anders wäre es zu erklären, dass er den Anbruch eines neuen „Säkulums“, den 1.1.1700, als Veröffentlichungsdatum seiner Violinsonaten op. 5 wählte? Diese Sammlung erlangte sofort den Status eines Musterzyklus. Corelli, der in Rom in höchsten Kreisen verkehrte und sich der Gunst von Fürsten, Kardinälen und Päpsten sicher sein konnte, besaß ebenso eine Stainer-Geige wie der deutsche Geiger Martin Jopp, der diese Sonaten interpretiert, unterstützt von der Tiroler Cembalistin Anne Marie Dragosits und der in Südtirol lebenden Cellistin Katie Stephens.

Martin Jopp (Violine Jakob Stainer)
Katie Stephens (Violoncello)
Anne Marie Dragosits (Cembalo)

Adresse
Haus der Musik
Universitätsstraße, 6020 Innsbruck

Preis
Eintritt frei

WOHLGEPFLANZTER VIOLINISCHER LUSTGARTEN
Barocke Ensemblemusik

Sonntag, 23. Juni, 16.30 Uhr
Hofkirche

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Die deutsche Barockgeigerin Annegret Siedel beschäftigt sich mit ihrem Ensemble Bell’arte Salzburg seit langem intensiv mit Besetzungsfragen in der barocken Kammermusik für Streicher. In diesem Konzert erklingt Musik des 17. Jahrhunderts in zum Teil sehr ungewöhnlichen Besetzungen bzw. mit Streichinstrumenten, deren Bauformen heute nicht mehr gebräuchlich sind. Das Konzert vermittelt einen vielschichtigen Einblick in die Tradition früh- und hochbarocker Kammermusik aus Deutschland und Österreich, in eine Musik von faszinierender Klanglichkeit und unmittelbarer Frische.

Ensemble Bell’Arte Salzburg
Annegret Siedel (Violine Jakob Stainer)

Preis
Eintritt frei

Wir musizieren für Maximilian
Abschlusskonzert des Projekts

Mittwoch, 3. Juli, 18.30 Uhr
Hofkirche
Volkskunstmuseum

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Das Projekt „Wir musizieren für Maximilian“ ist ein Beitrag zum Maximilianjahr 2019 und richtet sich an alle Tiroler Musikschulen. LehrerInnen und SchülerInnen tauchen unter Anleitung von international renommierten SpezialistInnen in die Welt der Renaissancemusik ein. Dieses Konzert ist Höhepunkt und Abschluss des Projektes: Profis musizieren mit den Workshop-TeilnehmerInnen. Für die künstlerische Patenschaft über das Projekt konnten das renommierte Ensemble Capella della Torre unter der Leitung von Katharina Bäuml, der international im Renaissance-Vokalbereich tätige Tiroler Tenor Bernd Oliver Fröhlich und die in Tirol lebende Harfenistin Reinhild Waldek, Mitglied von Spezialensembles für Musik der Renaissance, gewonnen werden.

SchülerInnen des Tiroler Musikschulwerkes singen und musizieren gemeinsam
mit dem Ensemble Capella de la Torre
Katharina Bäuml (Schalmei & Leitung)
Bernd Oliver Fröhlich (Tenor)
Reinhild Waldek (Renaissance-Harfe)

In Kooperation mit ConTakt und dem Tiroler Musikschulwerk

Preis
Eintritt frei

ICH FAHR DAHIN MEIN STRASSEN
Ein Fest für den Kaiser

Freitag, 5. Juli, 18 Uhr
Zeughaus

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Konzert & Kulinarium

Werke von J. Desprez, H. Isaac, P. Hofhaimer, A. Willaert u.a. 

Dieses ambitionierte Konzertprojekt zum Maximilian-Jubiläumsjahr ist weltlicher Musik am Hof des „letzten Ritters“ und seiner Zeit gewidmet. Sinnliche Lebensfreude prägt die Tänze, Gesellschaftslieder und Aufzüge, die zur Unterhaltung der Herrscherfamilie und des Hofstaates dienten. Ein unvergleichlicher Originalschauplatz für dieses unkonventionelle Konzert mit Kulinarium und ein besonderer Konzertort ist der größte Zweckbau, der aus maximilianischer Zeit in Österreich erhalten geblieben ist: Das Innsbrucker Zeughaus. Mit der Capella de la Torre ist ein international gefeiertes Ensemble zu Gast, das sich auf die Interpretation von Musik der Renaissance spezialisiert hat.

Capella de la Torre, Katharina Bäuml (Schalmei & Leitung)

Im Rahmen der Ausstellung „Des Kaisers Zeug. Maximilians Zeughaus in Innsbruck“

In Zusammenarbeit mit der Konzertreihe Innsbrucker Abendmusik

Preis
Infos und KVV: www.innsbrucker-abendmusik.at

TIROL 1800
Tiroler Musikraritäten aus der Zeit der Wiener Klassik

Sonntag, 13. Oktober, 11 Uhr
Ferdinandeum

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Das oberösterreichische Ensemble Castor hat sich in der letzten Zeit mit seinen Interpretationen von Musik des Barock und der Klassik einen hervorragenden Namen gemacht. In diesem Konzert präsentieren die MusikerInnen kompositorische Raritäten der Zeit um 1800 aus Tiroler Archiven. Entdecken lassen sich zum Beispiel Werke von Joseph Alois Holzmann, einem aus Hall in Tirol stammenden Komponisten, der wie Mozart als reisendes Wunderkind berühmt wurde. Holzmanns berühmtester Schüler Johann Baptist Gänsbacher begegnet uns ebenso wie eine Joseph Haydn zugeschriebene Sonate aus dem Musikarchiv des Franziskaner klosters Bozen. Musik von Joseph Alois Holzmann, Joseph Benedikt Falk, Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart u. a. – zum Teil Erstaufführungen in neuerer Zeit.

Ensemble Castor
Petra Samhaber-Eckhart (Violine)
Peter Aigner (Viola)
Peter Trefflinger (Violoncello)
Erich Traxler (Cembalo und Hammerflügel

Preis
€ 19
erm. € 16
€ 10 für SchülerInnen & StudentInnen bis 27 Jahre

Konzert im Abonnement erhältlich

WO EIN TREUES HERZE IN LIEBE VERGEHT
Franz Schubert: Die schöne Müllerin

Mittwoch, 16. Oktober, 19 Uhr
Haus der Musik

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Mit Daniel Johannsen konnte einer der herausragendsten Liedinterpreten unserer Zeit für dieses Konzert gewonnen werden. Gemeinsam mit Annette Seiler, die den historischen Hammerflügel des Innsbrucker Klavierbauers Johann Georg Gröber (ca. 1830) bespielt, widmet er sich Schuberts großem Zyklus „Die schöne Müllerin“. Die tragisch endende Geschichte des unglücklich verliebten Müllersburschen erhält in der Vertonung des „Liederfürsten“ eine unerhörte Vielschichtigkeit. Von heiterer Unbekümmertheit bis beißender Ironie, von jugendlicher Liebessehnsucht bis tiefer Trauer reicht das Spektrum dieser Lieder, mit denen Schubert 1823 ein neues Kapitel in der Liedgeschichte aufschlug.

Daniel Johannsen (Tenor)
Annette Seiler
(Hammerflügel Johann Georg Gröber)

In Kooperation mit dem Haus der Musik Innsbruck

Adresse
Haus der Musik
Universitätsstraße 1
6020 Innsbruck

Preis
€ 19
erm. € 16
€ 10 für SchülerInnen & StudentInnen bis 27 Jahre

Konzert im Abonnement erhältlich

OKTETTE
Franz Schubert: Oktett D 803 (1824), Petros Moraitis: Oktett (Uraufführung)

Samstag, 16. November, 19 Uhr
Tirol Panorama mit Kaiserjägermuseum

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Franz Schuberts Oktett ist das Auftragswerk eines adeligen Amateurmusikers: Ferdinand Graf Troyer, der Spross eines ursprünglich in Tirol beheimateten Adelsgeschlechtes, war ein fähiger Klarinettist. Er liebte Beethovens populäres Septett so sehr, dass er sich von Schubert etwas Ähnliches erbat. Dass der Komponist etwas völlig Eigenständiges lieferte, liegt auf der Hand: Schubert erweiterte die Besetzung und nutzte die originelle Kombination von Streichquintett und drei Bläsern (Klarinette, Horn und Fagott) auf überaus originelle Weise. Das Ergebnis ist unterhaltsame Kammermusik vom Feinsten, dargeboten von Mitgliedern der Akademie St. Blasius, deren Stärke die Integration von selten zu Hörendem und Neuem ist: So wird auch Schuberts Oktett einer Auftragskomposition eines jungen Tiroler Komponisten gegenübergestellt.

Oktett der Akademie St. Blasius

Preis
€ 19
erm. € 16
€ 10 für SchülerInnen & StudentInnen bis 27 Jahre

Konzert im Abonnement erhältlich

ES BRENNT MIR UNTER BEIDEN SOHLEN
Franz Schubert: Winterreise

Freitag, 22. November, 19 Uhr
Haus der Musik

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Knapp einen Monat nach der vielfach noch heiteren, hellen Müllerin führt die Winterreise auf düsterem Pfad unablässig in die Depression. Seit seiner Entstehung im Jahr 1827 hat dieser rätselhafte Liederzyklus Generationen von InterpretInnen und ZuhörerInnen fasziniert und berührt. Der rastlose Wanderer ist ein Urbild des modernen Menschen in seiner Zerrissenheit und seinem Getriebensein. Der international erfolgreiche österreichische Bassbariton Stefan Zenkl versenkt sich mit seiner langjährigen Duopartnerin Annette Seiler in die schaurig-schönen Lieder der Winterreise.

Stefan Zenkl (Bassbariton)
Annette Seiler (Hammerflügel Conrad Graf)

In Kooperation mit dem
Haus der Musik Innsbruck

Adresse
Haus der Musik
Universitätsstraße 1
6020 Innsbruck

Preis
€ 19
erm. € 16
€ 10 für SchülerInnen & StudentInnen bis 27 Jahre

Konzert im Abonnement erhältlich