Vor- und Frühgeschichtliche und Provinzialrömische Sammlungen

Die Vor- und Frühgeschichtlichen und Provinzialrömischen Sammlungen sammeln und bewahren prähistorische, römische, mittelalterliche und neuzeitliche Bodenfunde. Sie dokumentieren die Stein-, Bronze-, Eisen- und Römerzeit sowie das Mittelalter und die Neuzeit von Tirol, Südtirol und dem Trentino. Die Objekte stammen u. a. aus Einzel-, Siedlungs-, Grab-, Gewässer-, Höhen-, Hort- und Weihefunden.

Mittelsteinzeitliche Steingeräte und jungsteinzeitliche Tongefäßbruchstücke dokumentieren Kultur- und Handelsbeziehungen in den nord- und südalpinen Raum. In die Kupferzeit datiert der Figurenmenhir aus Sandstein des 3. Jts. v. Chr. von Tramin - Rungg mit gravierten Beil- und Dolchdarstellungen, Gürtel- und Halsschmuck. Er war vermutlich Standbild eines Gottes oder von einem mythischen Ahnen, der der männlichen kriegerischen Sphäre zuzuordnen ist. Unter den Funden aus der Frühbronzezeit ist der Weihefund von Ried im Oberinntal hervorzuheben. Die Waffen (Dolch und Beil) und Schmuck (Ösenhalsreif sowie Bernsteinperlen und Spiraltutuli von einem Collier) waren Prestigestücke und vermitteln internationale Beziehungen im 18. Jh. v. Chr.

In den Sammlungen befinden sich neben Wirtschafts- und Grabkeramik, Waffen (z. B. Schwerter, Lanzenspitzen, Pfeilspitzen) und Schmuck (z. B. Nadeln, Fibeln, Arm- und Fingerringe, Glasperlen) unter anderem haus- und landwirtschaftliches Gerät (z. B. Messer, Nähnadeln, Ackerhauen) sowie Handwerksgerät (z. B. Drechseln, Hämmer, Meißel). Das Lapidarium in der Dauerausstellung, die bedeutendste Sammlung römerzeitlicher Steindenkmäler Alttirols im Original, präsentiert neben Grab- und Weihesteinen zahlreiche Meilensteine, die die Hauptverkehrswege im Alttiroler Raum vermitteln.