Auf der Kippe
Eine Konfliktgeschichte des Tabaks

Seit im Jahr 2004 in Irland, Norwegen und Italien Rauchverbote ausgesprochen wurden, ist das Rauchen ein Dauerbrenner in Medien, Politik und an Stammtischen. In Österreich löste die Aufhebung des bereits beschlossenen Gesetzes zum Rauchverbot 2018 wieder heftige Debatten aus.
Weltweit ist der Konsum von Tabak zwischen tödlicher Krankheit und exotischem Genuss, lebenslanger Gesundheit und hedonistischem Lifestyle zum Streitfall geworden. Dabei galt Tabak nach seiner Entdeckung in Südamerika als Heilmittel, eroberte als Genussmittel sehr rasch Europa, dann die ganze Welt.
Seit den 1980er Jahren wird Rauchen fast ausschließlich unter dem Gesundheitsaspekt diskutiert. Dabei werden Kulturleistungen, die mit Tabak und dessen Konsum in Verbindung stehen, gänzlich ausgeblendet. Verabschiedet sich gerade eine Jahrhunderte alte kulturelle Praxis aus dem öffentlichen Leben?
Die Ausstellung zeichnet die Konfliktgeschichte des Tabaks nach und betrachtet seine Doppelgesichtigkeit zwischen Gesundheitsschädigung und kultureller Stimulanz. Rauchen ist aktuell nicht mehr nur eine individuelle Handlung sondern berührt weitreichende soziale und kulturelle Fragen. Es geht um Moral, Genuss, Macht, Gesundheit, Rauch, Kultur, Geschlechterverhältnis und Zeit. Erzählt und präsentiert wird dies in einer Verschränkung von historischen Alltagsobjekten, alter und zeitgenössischer Kunst und Popkultur.

Die nächsten Termine:

STATIONEN DER MEDIZINGESCHICHTE

Dienstag, 21. Mai, 19 Uhr
Volkskunstmuseum

mehr

Gemeinsam mit dem „Freundeskreis Pesthaus“ laden wir Sie diesmal zu den STATIONEN DER MEDIZINGESCHICHTE als Rahmenveranstaltung zur Ausstellung „Auf der Kippe. Eine Konfliktgeschichte des Tabaks“ in das Tiroler Volkskunstmuseum. An diesem Abend stellen vier Expertinnen und Experten anhand von ausgesuchten Originalobjekten vielfältige Entwicklungen im Bereich der Medizin vor.

Edith Hessenberger präsentiert ein Medizinbuch aus dem 16. Jahrhundert. Daran anknüpfend referiert Anna Engl über den Tabak als Wund- und Heilkraut. Christian Lechner zeigt die Entwicklung der Spritze zum Morphinismus und Andreas Winkler erklärt, dass ohne Feuer kein blauer Dunst möglich ist.

Begrüßung: Karl C. Berger, Leiter Tiroler Volkskunstmuseum/Hofkirche
Grußworte: Christian Lechner, Obmann des Freundeskreis Pesthaus

Preis
Eintritt frei

Kuratorenführung

Sonntag, 2. Juni, 11 Uhr
Volkskunstmuseum

mehr

mit Günther Moschig

Preis
Eintritt + Führungspauschale € 2

INTERKULTURELLES GESPRÄCH

Samstag, 29. Juni, 15 Uhr
Volkskunstmuseum

mehr

mit Chahat Kapur-Gelani, Peter Kirschner und Andreas Liebl, Moderation: Magdalena Modler-El Abdaoui

In Koop. mit dem Haus der Begegnung

Preis
Eintritt frei

weitere Termine