Andrea Mantegna. Painting as Object and Meta-Object

Anknüpfend an die Ausstellung Mantegna und Bellini. Meister der Renaissance, die derzeit in der Berliner Gemäldegalerie zu sehen ist, lädt das Ferdinandeum zu einem Vortrag. Andrea Mantegna nimmt in der Kunstgeschichte eine normative und typikalische Position als „Künstler der Frührenaissance", „Künstler als Antiquar" und „Albertischer Perspektivist" ein. Kunsthistoriker Stephen J. Campbell wird in dem Vortrag aufzeigen, wie diese Position das radikale Potential des Werkes für eine Neuschreibung der Malerei der Frührenaissance außer Acht gelassen hat.

In dem Vortrag werden Hauptwerke untersucht, insbesondere Der Triumphzug Cäsars (um 1485-1500) und Die Einführung des Kybele-Kults in Rom (um 1500], die verblüffend originäre Mittel anwenden, um das räumliche und ideologische Milieu der Betrachtenden zu kontrollieren oder gar zu erschaffen. Sie zeichnen sich durch die beständige Bedeutung des künstlerischen Objektes – im Verhältnis zu Verlagerung und Kommodifizierung – aus.

Mit dem Triumphzug Cäsars bietet Andrea Mantegna eine programmatische, malerische Charakterisierung dessen, was wir heute Renaissance-Kunst nennen. Er setzte sich in dem Werk mit den stilistischen Desiderata, technischen Errungenschaften und ideologischen Implikationen auseinander.

ÜBER DEN VORTRAGENDEN
Der in Irland geborene Kunsthistoriker Stephen J. Campbell, Henry and Elizabeth Wiesenfeld-Professor an der Johns Hopkins University in Baltimore, ist einer der weltweit bedeutendsten Kenner der italienischen Renaissance-Malerei. Schwerpunkte seiner Forschung und Publikationstätigkeit bilden die höfische Kultur Norditaliens in der Frühen Neuzeit, das Verhältnis zwischen Kunsttheorie und -praxis, Fragestellungen hinsichtlich Gender und Körper sowie die Kunstgeographie Italiens.

Neben einer Vielzahl an Fellowships, wie etwa am Harvard University Center for Italian Renaissance Studies: Villa I Tatti in Florenz oder am Center for Advanced Study in the Visual Arts der National Gallery of Art in Washington, kuratierte Stephen Campbell immer wieder Ausstellungen. Dazu zählen unter anderem „Cosmè Tura: Painting and Design in Renaissance Ferrara" (Isabella Stewart Gardner Museum, Boston) und „The Renaissance Nude 1400-1530" [The Getty Museum, Los Angeles, und Royal Academy, London).

Der Flyer steht hier zum Download zur Verfügung.

Foto: © Stephen Campbell

Preis
Eintritt frei