Dreck

Die „Unreinheit der Almleute“, beklagte der Gelehrte Beda Weber 1838, sei in Tirol deshalb so groß, weil Körperschmutz als „Beweis rüstiger Alpenthätigkeit“ betrachtet werde. Eine solche prestigeträchtige Verbindung dürfte heute wohl kaum jemand anstellen, gilt doch zwischenzeitig Sauberkeit und Hygiene als gesellschaftliches Ideal. Bereits den Kindern wird das Waschen oder das Zähneputzen als Notwendigkeit vermittelt, unsere Wäsche wollen wir rein haben und die Lebensmittel sollen keimfrei sein. Ein modernes Leben wäre ohne medizinische Hygiene oder Abwasserkanal kaum vorstellbar.

Mit der Ausstellung wird im Tiroler Volkskunstmuseum aufgeräumt, geputzt, gekehrt, gewischt und gewaschen. Die historisch-volkskundliche Schau weist auf einige „Kehrseiten“ der Kultur hin und setzt historische Objekte mit gegenwärtigen Phänomenen in Verbindung.

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