Joseph Anton Koch
Der erste Nazarener?

Eine Italienreise 1803 brachte den Durchbruch: Joseph Anton Koch (1768–1839) entdeckte die Malerei der alten Meister als Anregung für eine grundlegende Erneuerung der religiösen Kunst. Gezielt kombinierte er Mittelalterliches mit Zeitgenössischem; er mischte auf kreative Weise Giotto mit Raffael und klassizistischen Vorbildern. Geeignete Themen fand er in der Bibel und in Dantes Göttlicher Komödie. Koch stellte alle künstlerischen Konventionen der Zeit auf den Kopf und bereitete damit der Künstlergruppe Nazarener den Weg. In Rom pflegte er ab 1815 selbst engen Kontakt zu den Nazarenern. Diese Wechselwirkung erreichte um 1820 ihren Höhepunkt, als Koch in Assisi den Fresken von Giotto wieder begegnete.

Zur gleichen Zeit wurde in Innsbruck das „Tirolische Nationalmuseum“, das Ferdinandeum, gegründet. Der Mythos vom unverdorbenen, frommen Alpenvolk prägte das Selbstverständnis Tirols. Ebenso wie das idealisierte Mittelalter galt „Tirol“ als Gegenbild zur Industrialisierung. Solche Bildsujets eigneten sich bei den Nazarenern als Träger politischer Anspielungen. Kochs Tiroler Landsturm trägt dieser Entwicklung Rechnung.

In der Ausstellung können BesucherInnen mit Ferngläsern einen „Blick aus der Ferne“ auf Kochs Tiroler Landsturm werfen und viele Details im Gemälde entdecken. Mit freundlicher Unterstützung von Swarovski Optik