Gabriele Sturm
The Taste of Paradise

Die kostbaren Federn des Paradiesvogels kannte Gabriele Sturm lange nur als Hutschmuck. Ausgehend von der Problematik des Handels, begab sich die Künstlerin auf die Spuren der komplexen Zusammenhänge dieser prächtigen Vogelart. Sie verfolgte die historische Handelskette des Vogels bis an das andere Ende: die Herkunftsregion Papua Neuguinea. Dabei entdeckte sie ein vielschichtiges Themengebiet: Vogelkunde, Kunst, Mode, Geschichte, Soziologie, Wirtschaft und Politik bilden den Referenzrahmen, der von den historischen Extravaganzen des Renaissance-Zeitalters bis hin zur gegenwärtigen Tierquälerei reicht.

Gabriele Sturm bedient sich kulturwissenschaftlichen Materials als Ausgangspunkt für ihre künstlerische Auseinandersetzung. Sie entzieht diesen dokumentarisch angelegten Objekten ihren Originalkontext und setzt sie wieder zu einem neuen Ganzen zusammen - wie in einer Collage. Dieser neu geschaffene Zusammenhang hat eine offene Struktur. Einzelne Objekte werden möglichst sachlich präsentiert. Gabriele Sturm lädt den Betrachter dazu ein, einen eigenen Kontext für die Exponate zu schaffen. Dadurch erschließt sich bei jedem Besuch die dynamische Collage neu.