2025 wäre Heinz Gappmayr 100 Jahre alt geworden. Wir nehmen dieses Jubiläum zum Anlass, einen der international bedeutendsten und anerkanntesten Vertreter der Visuellen Poesie Österreichs mit einer Ausstellung im Öffentlichen Raum Innsbrucks zu würdigen.
An zehn Standorten quer durch die Landeshauptstadt Innsbruck werden Werke von ihm präsentiert. Das künstlerische Vokabular Gappmayrs umfasst sowohl Buchstaben, Begriffe als auch Zahlen sowie einfachste grafische Zeichen wie Linien, Punkte oder Pfeile. Dabei interessierte ihn deren Reduktion auf die Gegensätze wie Schwarz und Weiß, die Pole Zahl und Maß sowie die Kategorien Ort, Zeit und Raum.
Der Buchstabe selbst, in seiner Form und Struktur, spielte für Gappmayr eine zentrale Rolle. Er wollte die Sprache und Schrift von ihrer bloßen Funktion als Kommunikationsmittel lösen und als selbstständiges künstlerisches Medium sichtbar machen. Beim Betrachten der zehn Werke Gappmayrs gibt es keine absoluten Aussagen oder festgelegten Bedeutungsebenen – vielmehr bieten sie einen Raum für Impulse, was Sprache alles ist und sein kann.
Ich glaube, was bei den Arbeiten meines Vaters aufregend sein könnte, ist die Tatsache, dass sie eigentlich sehr unproblematisch einfach erscheinen. Auf jeder Seite des Würfels steht eine Zahl. Zahlentexte waren eine große Liebe meines Vaters. Er war immer der Meinung, dass die Zahlen durchaus philosophische Grundfragen thematisieren. Wenn man nur zum Beispiel an die Schwelle zwischen Null und Eins denkt, das ist ja ein wirklicher Abgrund. Aber hier wird etwas anderes impliziert. Wenn man heute ein Kind bittet, einmal bis zehn zu zählen, dann wird es unter Umständen, ab einem gewissen Alter zumindest, eins, zwei, drei, vier … sagen. Das heißt, man denkt bei Zahlen sehr oft in Folgen. Also eins, zwei, drei … zehn erscheint uns als eine sehr vertraute, nicht zu hinterfragende Abfolge von Zahlen. Mein Vater hat auch die Zahlen von eins bis neun sehr gemocht, weil sie in einem gewissen Sinn die Grundlage sämtlicher Zahlen sind. Es gibt einen Text, bei dem in gleichmäßigen Abständen die Zahlen von eins bis neun zu sehen sind, aber es fehlt die Vier. Thematisiert ist hier, dass wir diese Linearität und dieses Folgenartige, Abfolgenartige von Zahlen nicht mehr hinterfragen. Es ist vielen Leuten gar nicht aufgefallen, dass die Vier fehlt, weil es so vertraut ist, dass man es gar nicht mehr hinterfragt. Was bei der Arbeit im Zeughaus aber thematisiert wird, ist zum einen, dass die Zahl fast wie eine Bestimmung der Seite des Kubus ist, auf der sie steht. Also, wenn wir um den Würfel herumgehen, hat jede Seite eine Bezeichnung. Dies ist in einem gewissen Sinn identitätsstiftend. Das heißt, die Seite mit der Eins ist eine andere als die Seite mit der Zwei. Was aber jetzt hinzukommt, ist die Mehrsprachigkeit. Sie unterbricht die vertraute Linearität, indem sie uns plötzlich mit Buchstabenfolgen konfrontiert, die wir nicht gewohnt sind. Wenn man die Sprachen beherrscht, ist es natürlich kein Thema, aber es ist diese scheinbar unproblematische Linearität der Abfolge eins bis vier, die unterbrochen wird, und dass man wahrnimmt, dass man es mit unterschiedlichen Sprachen zu tun hat. Auch das jeweilige Schriftbild ist ganz anders. Das führt dann zu Fragen wie: Wie kommt es überhaupt zu unterschiedlichen Sprachen? Wie entstehen Sprachen? Ist ein Begriff in einer anderen Sprache derselbe? All diese Fragen spielen bei einer vermeintlich einfachen Konstellation eine große Rolle. Zahlen haben durchaus unterschiedliche Physiognomien. Die ungeraden Zahlen gelten als eher offen. Vier jedenfalls hat etwas Geschlossenes an sich, was mit den vier Flächen in unterschiedlichen Sprachen korrespondiert.
Es gab eine ähnliche Arbeit meines Vaters in einer Ausstellung im Kunsthaus Zug. Auf einer sehr großen Wand war in der Mitte ein einziger Pfeil, der nach oben zeigte. Im Kontext hier am TAXISPALAIS finde ich schön, dass die Arbeit gleichsam wie ein Plakat gesetzt ist. Vier Pfeile streben aus einem imaginären Zentrum nach außen. Es ist unglaublich, wie es möglich ist, ohne sprachliche Indikatoren oder Begriffe eine weiße Fläche in Schwingung zu versetzen, zu dynamisieren. Die Arbeit hat auch keinen Titel, aber alle verstehen, dass das Zentrum, der Kern, der innere Spannungspunkt in der Mitte der Bildfläche ist. Rückschlüsse ermöglichen nur die vier Vektoren, die Mitte bleibt diffus, ungreifbar, jedoch als gedachter Auslöser der Bewegung nach außen. Dieser Gegensatz zwischen der Intensität der dynamischen Bewegung aus dem Bildraum und der Konzentration der Spannung in einer nicht zu fassenden Mitte macht den Reiz dieses Werkes aus. Mein Vater strebte hier nach einer formal minimalen Möglichkeit, eine Bildfläche in einen Schwebezustand zu versetzen. Es ist ein Aufbrechen dessen, was man unter dem Bildraum versteht. Das Entscheidende ist jenseits der sichtbaren Bildfläche, außerhalb des Bildraums, und zudem ist der Ursprung der Spannung ebenso nicht sichtbar, sondern existiert nur in der Vorstellung.
Standort: Kunstraum Innsbruck / Galerie Elisabeth und Klaus Thoman Maria-Theresien-Straße 34
Im Werk meines Vaters spielen die beiden Begriffe Zeit und Raum eine wesentliche Rolle. Er hat sich immer schon mit der Frage beschäftigt, wie es möglich ist, das Vergehen von Zeit, das Jetzt und Zukünftiges bildhaft umzusetzen. Hier am Kunstraum haben wir zum Beispiel eine nicht-sprachliche Variante, ein Zeitstück, das nur aus Linien besteht. In einem anderen Werk war ist wird setzt mein Vater Verbformen als Stellvertreter von Zeit ein. Aber was hier aufregend ist, ist, dass eine Linie durch eine Begrenzung auch einen zeitlichen Aspekt beinhaltet. So ist in dem dreiteiligen Werk links eine Linie mit einem Abschluss rechts. Da wir von links nach rechts lesen, sehen wir sie als abgeschlossene Linie, wir assoziieren sie mit Vergangenheit. In der Mitte ist eine kleine vertikale Linie, die durch den Kontext der beiden anderen Linien als unmittelbare Gegenwart verstanden wird. Dieser subtile Übergang zwischen dem, was war, und dem, was gerade ist, entspricht einer Aporie. Es ist das Unauflösliche nach der Frage des Augenblicks, des Jetzt. Die rechte Fläche beginnt mit der Begrenzung, die in der Weiterführung als horizontale Linie Zukünftiges intendiert. Es ist ein Postulat dessen, was einmal sein wird. Es ist dies eine sehr minimalistische Arbeit. Es gibt von meinem Vater mehrere Werke, in denen er sich mit dem Ist- und Jetzt-Zustand beschäftigte. Hier ist es verdichtet, kondensiert in dieser einen Mittellinie, welche die beiden anderen, die Vergangenheit und die Zukunft trennt, aber zugleich auch komprimiert. Sie alle bedingen einander.
Das =-Zeichen kennen wir von Gleichungen oder mathematischen Konstellationen. Durch das Wort „wird“ verändert sich aber auch das =-Zeichen. Hier wird ein mathematisches Zeichen übertragen in ein anderes Bedeutungsumfeld, und zwar in ein sprachliches. Plötzlich wird dieses scheinbar rein mathematische = zum Sinnbild für den Augenblick, das Jetzt. Es ist rein physiognomisch sehr schön, dass zwei kurze parallele Linien als Inbegriff für ein Jetzt stehen. Aber wesentlich ist, dass dieses an sich mathematische Zeichen so etwas wie unmittelbare Gegenwart impliziert. Besonders subtil ist, dass es ja kein sprachliches Zeichen ist, denn eine sprachliche Äußerung geht über den Moment hinaus. Ein mathematisches Zeichen erfassen wir unmittelbar. Was ist eigentlich die Gegenwart? Das Mathematische impliziert etwas Ewiges, etwas Unverrückbares, könnte man sagen, mehr als das Wort selbst. Bei dem Wort „wird“ finde ich schön, dass es etwas Zukünftiges impliziert, das Wort aber ganz präsent dasteht, als wäre die Zukunft Teil des Gegenwärtigen und nicht nur eine Ahnung. Die fast analytische, vermeintlich distanzierte Darstellungsweise steht in einem spannungsgeladenen Wechselspiel mit der Emotionalität und dem existenziellen Aspekt der Zeit.
Die Tatsache, dass wir von der Welt sehr wenig unmittelbar sehen, ist eine sehr aufregende. Es gibt natürlich auch an sich unanschauliche Begriffe wie etwa Hoffnung, Liebe und Zeit. Aber bleiben wir in der Welt des Gegenständlichen, so ist die reine Anschauung sehr begrenzt. Die Möglichkeiten unseres Sehens umfassen nur das unmittelbar Gegebene. Das heißt, wenn wir uns jetzt in Innsbruck befinden, ist nicht einmal ganz Innsbruck unmittelbar präsent. Wir können uns Orte jenseits dessen, was wir unmittelbar sehen können, vorstellen. Aber all diese Orte, an die wir in einem bestimmten Augenblick denken, existieren nur in unserer Vorstellung und sind als Objekte nicht unmittelbar wahrnehmbar oder sichtbar. Wenn also dieser Indikator alles nicht sichtbare heißt, dann stellt sich die Frage: Was ist das Sichtbare, und was ist der Unterschied zwischen dem Sichtbaren und dem Nicht-Sichtbaren? Das Sichtbare ist eigentlich sehr begrenzt. Man kann dies auch umfassender verstehen, so, dass das Sichtbare alle Dinge, alle Erscheinungen sind, die wir mit unseren Sinnesorganen wahrnehmen können. Aber das unmittelbar Sichtbare ist nur das, was in unserem Sehfeld vorhanden ist. Der wesentlich größere und bedeutendere Teil der Welt oder überhaupt aller Fragestellungen ist all das, was nicht sichtbar ist. Deshalb ist alles nicht sichtbare ein sehr universeller Text. In seiner präzisen Setzung ist all dies verdichtet zusammengefasst. Es ist ein fast kosmischer Begriff, weil er das Wesentliche umfasst, es ist viel mehr nicht sichtbar als sichtbar. Er ist auch unabhängig vom Individuum, da es ja nicht heißt: „alles das, was ich nicht sehe“, sondern: „alles nicht sichtbare“. Durch die Verobjektivierung ist klar, dass es um eine Faktizität jenseits individueller Bedingungen geht.
Standort: GEIWI-Turm / Universität Innsbruck Innrain 52
Die Analogie zu einem Ort der Wissenschaft und der Vermittlung von Dingen, die alle mit dem Denken zu tun haben, ist sehr naheliegend. „Gedanke“ ist erst mal etwas Individuelles, es ist ein Singular. „Gedanke“ im Singular hat etwas Kategoriales an sich, so wie „Zeit“ und „Raum“. Ist das Wort „Gedanke“ nicht per se merkwürdig, da es ein Begriff für etwas ist, das nur in der Vorstellung existiert? So kommt man unwillkürlich auf Überlegungen, auf den Zusammenhang zwischen Sprache und Denken. Wie denkt man? Denkt man in Bildern? Denkt man in Sprache? Was ist Denken? Im Grunde sind viele Werke meines Vaters Anregungen. Sie haben oft indikatorischen Charakter. Sie laden zum Nachdenken über grundlegende existenzielle Bedingungen des Menschen ein. Dazu gehört auch das Denken. Wie funktioniert unser Denken? Es ist faszinierend, dass der Mensch in der Lage ist, anhand verschiedener Formen und Linien, die Schriftzeichen, Wörter oder Sätze bilden, seine eigenen Befindlichkeiten, seine Existenz zu reflektieren. Dies wird angeregt durch dieses eine Wort. gedanke ist eine Art Auslöser, wie eine Aufforderung. Verblüffend ist auch die Materialität. Es sind Aluminiumbuchstaben, die eine große physische Präsenz haben für etwas, das es in der Anschauung gar nicht gibt. Es ist eine reine Vorstellung.
Standort: ./studio3 – institut für experimentelle architektur Technikerstraße 21
Es gibt in der bildenden Kunst, in der Literatur und in der Musik Topoi, immer wiederkehrende Themen. Die Landschaftsmalerei ist eines der großen unvergänglichen Themen. Aber auch in der Literatur, der Dichtung spielen Naturgedichte eine ganz wesentliche Rolle. Mein Vater nahm in verschiedenen Werken darauf Bezug. Hiermit, am ./studio3 sind wir wieder bei musikalischen, lyrischen Aspekten in seinem Werk. Das Wort „Echo“ ist an sich schon ein sehr schönes Wort mit einer poetischen Konnotation. Dies hat mit dem Schall zu tun, mit Wiederkehr, aber in anderer Form. Der Widerhall ist leiser. Was an der Version meines Vaters sehr schön ist, ist, dass die Buchstaben das Echo des Wortes „ECHO“ eben nicht in einem tautologischen Sinn darstellen, es ist vielmehr eine Art Klangstudie. Das Wort folgt nicht der gewohnten Leserichtung, es geht um das Wechselspiel zwischen den Betrachtenden und dem Wort. Man stellt sich vor, ein Klang wird ausgesandt und kehrt wieder zurück. Doch das Echo ist in diesem Werk eben eine rein linguistische Realität.
Die Klammer ist ein sehr gutes Beispiel für die Tatsache, dass mein Vater sich besonders für die Differenz, die Spannungen und unterschiedlichen Genealogien zwischen verschiedenen Zeichen der Schrift interessiert hat. Er betonte immer wieder, dass die Schrift, wenn man in Wörtern denkt, die unterschiedliche Ausformung einer einzigen Linie ist. Es gibt aber auch Zeichen, die nicht linguistischer Natur sind, wie mathematische Zeichen: + , – , × und so weiter. Die Problematik der Interpunktion faszinierte ihn von Beginn seines künstlerischen Schaffens an. Es gibt von ihm einen sehr berühmten Text, einen Schreibmaschinentext aus dem Jahr 1964, über das Wort „sind“. Einmal steht auf der Fläche das Wort „sind“, ein weiteres „sind“ ist durchgestrichen, einmal steht es in Anführungszeichen und einmal in Klammern. Da spielt er schon mit der unterschiedlichen Bedeutung außersprachlicher Zeichen. Anführungszeichen können Verschiedenes bedeuten. In der Literatur markieren Anführungszeichen zum Beispiel direkte Rede. Wenn man etwas in Anführungszeichen setzt, kann dies aber auch eine gewisse Uneigentlichkeit des Begriffes bedeuten. Eine Klammer ist etwas Seltsames, es ist in gewissem Sinn eine Hervorhebung dadurch, dass man etwas formal kennzeichnet. Zum anderen hat eine Klammer sehr oft den Charakter von etwas, das hinzugefügt wird, das aber vielleicht weniger wichtig ist als das zuvor Gesagte. Es ist hierarchisch gesehen etwas Zurückgesetztes. Es gibt von meinem Vater viele Werke, die schon auf der traditionellen Leserichtung europäischer Sprachen beruhen. Das heißt, wir lesen normalerweise von links nach rechts. Und so ist es auch bei diesem Werk. Das Aufregende sind die Klammern selbst. Der (fiktive) Begriff, der in der Klammer ist, nimmt an Bedeutung zu. Dies wird durch die immer größeren Abstände innerhalb der Klammern visualisiert. Das Entscheidende aber ist, dass es keinen Inhalt gibt, sondern das, was durch die Klammern hervorgehoben bzw. zurückgenommen erscheint, ist in der Vorstellung der Betrachtenden. Es ist eine Art Intensivierung an Bedeutung, und deshalb ist das Werk auch sehr schön in der Dimension. Man muss, um das Werk in seiner Gesamtheit zu sehen, an der Fassade entlangspazieren und hat somit auch eine Zunahme an semantischer Bedeutung.
Standort: aut. architektur und tirol / Archiv für Bau.Kunst.Geschichte Lois Welzenbacher Platz 1
Eine Linie ist sowohl zeichnerisch wie auch architektonisch sehr interessant als auch als Begriff. Bei diesem Werk sieht man wieder, was mit Analogie im Werk meines Vaters gemeint ist. Das Wort „Linie“ ist, unserer gewohnten Leserichtung entsprechend, von links nach rechts zu lesen. Durch die Umsetzung als Buchstaben sehen wir ein Wechselspiel zwischen der Bedeutung des Begrifflichen und dem Gegenstand Linie als außersprachlichem Zeichen. Eine Linie verkörpert Ausdehnung. Hier ist es eine horizontale Linie, eine Ausdehnung im Raum, in der Bewegung von links nach rechts. Doch in der Mitte der aus sich wiederholenden Wörtern gebildeten linie trifft die geometrische Linearität auf eine paradoxe sprachliche Wirklichkeit. Nur in der Schrift ist es möglich, plötzlich die Laufrichtung der Linie zu verändern. So erscheint die Sprache als stärkere Kraft als die gezeichnete Form selbst. In der Mitte der gedachten Linie wird sie gleichsam horizontal gespiegelt, die Leserichtung verändert sich, wir lesen das Wort von rechts nach links. Es geht hier um die suggestive Kraft der Sprache, d. h. der Schrift, welche das intendierte zeichnerische Element gleichsam übersteigert. Hinzu kommt die semantische Relevanz des Ortes, welcher als Haus der Architektur jenes Spannungsverhältnis zwischen sprachlicher und architektonischer Wirklichkeit aufgreift.
Standort: Stadtbibliothek Innsbruck / Plattform 6020 Amraser Straße 2
In dem Werk raum um einen gegenstand thematisiert mein Vater den Begriff des Gegenständlichen. Das Wort, dessen Bedeutung sich vom Wort „entgegenstehen“ ableitet, ist ein merkwürdiger Begriff. Er impliziert etwas, das dem Menschen gegenübersteht, von ihm in gewissem Sinn getrennt ist. Das Wort „Gegenstand“ hat eine eigene Identität und eine Ausdehnung. Sie ist Voraussetzung dafür, dass es ihn überhaupt gibt. Aber hier gibt es keinen konkreten Gegenstand, es wird vielmehr postuliert, dass der Gegenstand eine Ausdehnung haben muss, sonst würde man ihn gar nicht als Gegenstand wahrnehmen können. Dies wiederum impliziert den Raum, der dieses Objekt umgibt. Auch bei diesem Werk sind die Rezipient:innen involviert. Die Rezeption ist konstitutiver Teil dieses Werkes, da wir uns in einer Welt bewegen, in der uns Dinge gegenüberstehen, die auch unabhängig von uns existieren.
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