Sonderpräsentation: Moderne Sammlungen

Heute geöffnet von 10 - 18 Uhr

Artbox

In den 1940er Jahren initiierte Marcel Duchamp die Ausstellung „Exhibition by 31 Women“, die sich zum ersten Mal ausschließlich mit den Werken von Künstlerinnen befasste. Die Präsentation „If I can’t dance, I don’t wanna be part of your Revolution“ mit dreizehn Künstlerinnen aus den Modernen Sammlungen knüpft an diese feministische Kunstgeschichtsschreibung an und kombiniert historische Vertreterinnen der österreichischen Avantgarde mit internationalen Positionen sowie jüngeren Tendenzen.

Der Titel der Sammlungspräsentation geht zurück auf die Anarchistin und feministische Theoretikerin Emma Goldman. Sie lehnte jegliche Form von Institutionen ab, da sie tradierte Moralvorstellungen zementieren und dem menschlichen Bestreben nach Emanzipation entgegenstehen.

Aula

Stefan Marx vorrangiges Medium ist die Zeichnung, die sich in ganz unterschiedlichen Kontexten manifestiert. Die Zeichnungen sind spontane Skizzen seiner Beobachtungen des täglichen Lebens. Das Individuum und die Landschaft sind ein wiederkehrendes Thema. Aber weit davon entfernt pessimistisch zu sein, sind diese Arbeiten auf Papier vielmehr Ausdruck gesellschaftlich-sozialer Strukturen wie sie sich in den verschiedensten Milieus erfahren lassen. Nicht zuletzt durch den skizzenhaften Zeichenstil drücken Marx’ Zeichnungen eine Energie und Dynamik aus, die den zeitgenössischen Lebensbedingungen entspricht, auf sie reagiert und kommentiert.

In seinem „Tirol Panorama Revisited“ nimmt uns Stefan Marx mit auf eine fantastische Reise, auf der wir Fantasiegestalten begegnen und unerwartete Situationen erleben. Vergleichbar mit dem kollektiven Gedächtnis Tirols ist Stefan Marxs Rundgemälde ein Steinbruch von Geschichte und Kultur. Auf den Bildräumen der Aula finden sich Zitate und Bezüge zu Arbeiten diversen Künstlerinnen und Künstler vom Mittelalter bis heute.

Vorplatz & Fassade

Christoph Hinterhubers Neon-Arbeiten scheinen jenen vieldeutigen Raum zu garantieren, in den die entsprechenden Botschaften in Form eines auf Phänomene der Geschichte referierenden Zeichen- und Textsystems eingeschrieben sind und die in variierender Kombination immer neu codierte Bedeutungen ergeben. Das temporäre Kunstwerk an der Außenfassade des Ferdinandeums transformiert das Museum in eine Skulptur mit Sogwirkung. Die Signifikanten decode und recode, die eine eindeutige Bedeutung haben, werden erweitert um die Affixe de- und re- und absorbieren damit eine Polyvalenz, die in einer Endlosschleife Bedeutungen permanent außer Kraft setzen, um sie neu zu konstituieren. In den vier möglichen Varianten de-decode, de-recode, re-decode und re-recode entsteht ein instabiler Denkraum, der den Umbau des Museums Ferdinandeum ankündigt und symbolisch vorwegnimmt.

Studiogalerie

Flankierend zur seiner Neon-Arbeit wird in der Studiogalerie die sechsteilige Arbeit „Dancefloor“ von Christoph Hinterhubers aus dem Jahre 2004 präsentiert.

Angesichts einer exorbitanten Produktion von Zeichen und Bedeutungen, hinter der die Unterscheidung zwischen politischen, ökonomischen und kulturellen Sphären verschwindet, stellt uns Christoph Hinterhuber mit „DANCEFLOOR“ die Frage, in welcher Demokratie wir, bei all der Propaganda, leben oder leben wollen. „DANCEFLOOR“ meint bei Hinterhuber das politische Parkett, auf dem wir uns bewegen, und wenn wir die einzelnen Neon-Slogans miteinander kombinieren, verstehen wir sehr schnell, wie der Kapitalismus Signifikationspraktiken perpetuiert, mit dem Effekt, dass die Produktion von Zeichen und ihre Besetzung mit Bedeutungen zu einer zentralen Wertschöpfungspraktik des Millenniums geworden ist.

Liste der ausstellenden Künstler*innen

Maria Eichhorn, Silke Wagner, Ashley Hans Scheirl, Jakob Lena Knebl, Valie Export, Birgit Jürgenssen, Kathrin Aste, Laura Horelli, Christine & Irene Hohenbüchler, Elaine Sturtevant, Esther Strauß, Sarah Lucas, Maria Lassnig, Bruno Gironcoli, Christoph Hinterhuber, Stefan Marx