30.8.2021
3 min
Elisabeth Probst, M.A.

Jetzt sind wir dran!

Liebenswerte Wesen, fantastische Welten, einzigartige Geschichten: An der großen Kreativität  von Kindern würde wohl kaum jemand zweifeln. Und dennoch wird der künstlerische Wert von Werken aus Kindeshand oft unterschätzt. 

Die beiden Vermittlungsprojekte  „Hallo Nachbar*in!“ und „It’s Our Turn“ stellen sich dem entgegen und bieten den kleinen großen Künstler*innen eine Bühne. Dabei bieten sie nicht nur den Raum, den Kinder benötigen, um ihre Kreativität unter Beweis zu stellen. Mit dem Wunsch nach einem stärkeren Miteinander setzen sie sich über Fassaden, Zäune und Mauern hinweg. So machen verschiedene Werke die Welt aus Kindesaugen im öffentlichen Raum sichtbar.

 

Freiluftmuseum

Farbige Spruchbänder tanzen in der Sommerbrise und bunte Fahnen mit Text- und Bildcollagen schmücken die Hausfassaden, wenn man vom Ferdinandeum am Akademischen Gymnasium und der Katholisch-Theologischen Fakultät vorbei oder zwischen dem Volkskunstmuseum und der Volkschule Innere Stadt in Richtung Treibhaus spaziert. Seit Ende Mai veranschaulicht die Open-Air Installation „Hallo Nachbar*in!“ Gedanken zum Thema Nachbarschaft. Im Austausch mit den Menschen, die in den angrenzenden Häusern lernen, lehren und arbeiten, erkundeten die Schüler*innen der Volksschule Innere Stadt in den vergangenen Monaten die Umgebung ihrer Schule, führten spontane Zaungespräche und Interviews und regten einen nachbarschaftlichen Briefwechsel an. Wie die Kinder und Erwachsenen das Leben von nebenan wahrgenommen haben, teilen sie noch bis 5. September in Form von Bildern und Texten mit allen, die hier durch die Nachbarschaft spazieren. Nicht zuletzt kommen dabei auch Gedanken zum Ausdruck, wie man den gemeinsamen (halb-)öffentlichen Raum in Zukunft besser nutzen könnte. Ideen dafür gibt es genug.

 
Hallo Nachbar*in Pressefoto
© Wolfgang Lackner
Fahnen an der Katholisch-Theologischen Fakultät.

Schattenspiel

Die eigene Lebenswelt zu verwandeln, neu zu formen und neu zu denken, darum drehte sich auch die diesjährige Sommer-kreativwoche. Im Laufe eines einwöchigen Workshops in Kooperation mit bilding, der Kunst- und Architekturschule für Kinder und Jugendliche, beschäftigten sich die Teilneh-mer*innen mit Formen, Bewegungen und Blickwinkeln. Aus wiederverwertbaren Materialien konstruierten sie Gebäude, formten Tiere und fiktive Wesen. Die Werke wurden schließlich zu einer sich wandelnden Fantasiestadt zusammengesetzt. Doch so, wie sich unser Lebensraum ständig verändert, unterliegt auch die Präsentation einem stetigen Wandel und wurde laufend ergänzt und umgebaut. Im Spiel aus Licht und Schatten präsentiert sich das Ergebnis unter dem Titel „It’s Our Turn“ noch bis 12. September im Ferdinandeum.

Die Intervention „Hallo Nachbar*in!“ schmückt noch bis 5. September 2021 den öffentlichen Raum um die Volksschule Innere Stadt. Die Kunstinstallation „It’s Our Turn“ ist bis 12. September 2021 bei freiem Eintritt im Ferdinandeum zu sehen.

Autorin

Elisabeth Probst, M.A.

 
Elisabeth Probst
Häuserübersicht