Die Moderne Sammlung nimmt die Besucher*innen des Ferdinandeums mit auf Reisen: Eine Route führt entlang von 147 Plakaten von Martin Kippenberger aus der Sammlung Hans Widauer zum Steirischen Herbst im Jahre 1997, wobei Ihnen ein frischer Wind aus Ironie und Humor um die Nase weht. Die andere leitet auf vier künstlerischen Etappen ins Jenseits – und feiert unterdessen das Leben.
Martin Kippenberger
November 1978: Martin Kippenberger entwirft anlässlich der Eröffnungsveranstaltung seines Berliner Büros ein Plakat. Weitere 177 folgen innerhalb der nächsten 18 Jahre. Das letzte ist dem Steirischen Herbst 1997 gewidmet: ein überdimensionales goldenes Ei auf einem Kleintransporter im Schnee. Dazwischen liegen Plakate zu Konzerten und Partys, Vorträgen, Lesungen und Geburtstagen. Was aber macht diese Poster so besonders?
Kippenberger war ein begnadeter Plagiator. Seine Plakate ahmen die Werke verschiedenster Künstler*innen nach. Sie springen den Betrachter*innen ins Auge, respektlos witzig und clever zugleich. Kurz gesagt: Kippenberger machte Kunst über Kunst. Dass er trotz seiner gnadenlosen Nachahmungen in Künstler*innenkreisen nicht als verhasster Kollege galt, dafür sorgte er ebenfalls. So pflegte der Künstler zu vielen Kolleg*innen ein freundschaftliches Verhältnis und brachte ihnen ehrlich seine Wertschätzung entgegen.