Die Archäologische Sammlung des Ferdinandeums kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Bereits bei der Gründung des Vereins und des Museums Ferdinandeum im Jahr 1823 spielte die Archäologie eine wichtige Rolle. Mit 1. Jänner 2026 hat Andreas Picker die Leitung der Sammlung übernommen. Aus seiner Sicht trägt die Archäologische Sammlung – wie alle Sammlungen der Tiroler Landesmuseen – wesentlich zum kulturellen Gedächtnis Tirols bei, insbesondere für jene Epochen, aus denen keine schriftlichen Überlieferungen vorliegen. Bedeutende Funde aus der gesamten Europaregion Tirol–Südtirol–Trentino werden sukzessive restauriert, erschlossen und ausgestellt. Dieses kulturelle Erbe ist in seiner Dichte und Vielfalt außergewöhnlich und besitzt auch für die internationale Forschung große Bedeutung.
Geborgene Schätze und kulturelles Erbe
Andreas Picker leitet seit 1. Jänner 2026 die Archäologische Sammlung der Tiroler Landesmuseen. Wir haben ihn im Depot im Sammlungs- und Forschungszentrum Hall getroffen und u.a. über die Faszination Archäologie und den Dienst am Kulturerbe gesprochen.
Neue Funde eröffnen neue Perspektiven
Archäologie übt auf viele Menschen eine große Faszination aus – oft verbunden mit Vorstellungen von abenteuerlichen Expeditionen und spektakulären Schatzfunden. Tatsächlich erlebe man bei Ausgrabungen immer wieder Unerwartetes, so Andreas Picker. Dabei könnten auch auf den ersten Blick unscheinbare Funde oder Befunde neue Perspektiven eröffnen und das Geschichtsbild verändern. Erst neulich führte Andreas Picker Studierende vom Institut für Archäologien der Universität Innsbruck gemeinsam mit Prof. Florian Müller durch die umfangreichen Depots – denn auch die wissenschaftliche Zusammenarbeit ist dem neuen Sammlungsleiter ein großes Anliegen.

Im Dienste des Kulturerbes
Andreas Picker studierte Klassische Archäologie und Geschichte an den Universitäten Innsbruck und Freiburg und hatte bereits früh Berührungspunkte mit dem Ferdinandeum. Für seine Dissertation ging er später nach Bayern, wo er die römische Villa von Oberndorf am Lech untersuchte. Die Rückkehr an die Tiroler Landesmuseen sei daher nicht nur inhaltlich, sondern für ihn als gebürtigen Tiroler auch persönlich ein Nachhausekommen.
In den letzten 15 Jahren war Picker als Gebietsreferent für Vorarlberg an der Abteilung für Archäologie des Bundesdenkmalamtes tätig. Aus dieser Zeit bringt er einen umfassenden Blick auf die regionale Archäologie des Alpenraums mit. In der Denkmalpflege wie auch im Museum müsse man ein Allrounder sein, da man mit Objekten und Befunden arbeite, die von der Steinzeit bis in die Zeitgeschichte reichen. Dabei habe er gelernt, dass Archäologie nicht nur eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Vergangenheit sei, sondern auch eine sehr konkrete Tätigkeit im Dienst des Kulturerbes. Denkmalschutzgrabungen, die meist durch Baugeschehen ausgelöst werden, lieferten oft besonders spannende Fragestellungen und zugleich wertvolle Inhalte für die Kulturvermittlung.


