Herbstzeit ist Vogelzugzeit
Alljährlich im Herbst begeben sich viele Vögel auf die Reise in ihre Überwinterungsgebiete. Im Rahmen einer Exkursion wurden die Zugvögel erfasst.
Anfang Oktober führte eine Exkursion der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft der Tiroler Landesmuseen, kurz OARGE, nach Serfaus. Dort wurden von einem Beobachtungspunkt mit gutem Überblick über das Inntal die durchziehenden Vögel erfasst. Die Teilnehmer positionierten sich mit verschiedenen Blickrichtungen und identifizierten die vorbeifliegenden Vögel.
Sing- und Greifvögel
Kleinvögel fliegen oft ohne Zwischenstopp und schnell vorbei. Bei großen Trupps ist es nicht leicht, die Individuenzahl zu erfassen. Im Herbst kann man die Vögel nicht am Gesang unterscheiden. Wenn überhaupt sind nur die sogenannten Flugrufe zu höre, das sind einzelne „Piepser“ – dafür braucht man ein geschultes Gehör.
Einerseits wird Singvogelzug erhoben, der kann an einem Tag durchaus Tausende Individuen umfassen. Andererseits werden Greifvögel beobachtet. die je nach Thermik mehr oder weniger stark vertreten sind.
Langjährige Geschichte
Wir können bereits auf eine mehrjährige Geschichte der Zugbeobachtung in dem Bereich zurückblicken. In den letzten Jahren waren 35 bis 50 Vogelarten zu sehen, je nach Witterung und Zugaktivität wurde zwischen fünf und sieben Stunden beobachtet. Und es gibt große Unterschiede: so wurden zum Beispiel im Jahr 2019 an einem Beobachtungstag an die 1.000 Buchfinken gesehen, im Jahr 2021 nur 150.
Heuer war es nach anfänglichem Regen windig und gegen Mittag aufgelockert bewölkt. Wir konnten 42 Arten beobachten, darunter sehr viele Buchfinken und Bergpieper. Bei den Greifvögeln zeigten sich unter anderem Steinadler, Rotmilane und eine Rohrweihe.
Die Aktion fand auch im Rahmen von European Birdwatch statt – an diesen Tagen wird alljährlich zum Beobachten aufgerufen und viele Aktionen finden zugleich statt. Danke an alle Mitbeobachter – es war wieder ein interessanter Beobachtungstag.




