Der Altar von Schloss Tirol ist in mehrerlei Hinsicht ein Juwel: als Meisterwerk gotischer Kunst, als Dokument der Tiroler Landesgeschichte und als frühes Sammlungsinventar des Ferdinandeums. Er ist 1370/72 entstanden und gilt als der älteste, weitgehend vollständig erhaltene Flügelaltar des Alpenraums. 1948 publizierte Vinzenz Oberhammer, damals Kustos des Museums, die bislang einzige umfassende Monografie zu dieser Preziose. Auch in den darauffolgenden 70 Jahren gab das Retabel Anlass zu reger Forschung. So sind seine liturgische und politische Funktion, das Bildprogramm und die wechselvolle Geschichte seiner Provenienz heute weitgehend bekannt.
Kunsttechnologische und interdisziplinäre Untersuchung
Doch ist der Schrein tatsächlich aus Buchenholz? Verbergen sich unter der Bildoberfläche Vorzeichnungen? Welche Eingriffe wurden an dem hochkarätigen Kunstwerk seit seiner Entstehung vorgenommen und wie ist sein gegenwärtiger Zustand zu beurteilen? Im April 2016 fiel der Startschuss für ein von den Tiroler Landesmuseen initiiertes Forschungsprojekt mit dem Ziel, durch moderne kunsttechnologische Untersuchungsmethoden dahingehend Erkenntnisse zu gewinnen sowie den Austausch unter internen und externen Expertinnen und Experten anzuregen.



