Geheimnisvolle Nachbarn
In Tirol kommen neben dem bekannten Siebenschläfer und der kleinen Haselmaus noch zwei weitere, weitaus weniger bekannte Arten vor, der bunt gefärbte Gartenschläfer und der seltene Baumschläfer. Letztere erreichen hier ihre Verbreitungsgrenzen. Es gibt nur wenige Regionen in Europa in welchen alle vier mitteleuropäischen Arten nachgewiesen wurden. Diese bewohnen alle Waldhabitate, sind jedoch je nach Art an unterschiedliche Waldformen angepasst. Ebenso sind alle vier omnivor, unterscheiden sich aber in ihren Nahrungspräferenzen. Über die genaue Verbreitung der vier Arten in Tirol ist nur wenig bekannt und Aufgrund der geringen Menge an Daten können derzeit keine Aussagen getroffen werden ob deren Bestände zu- oder abnehmen.
Was sind Bilche?
Bilche gehören wie Murmeltier, Biber und Eichhörnchen zur weltweit artenreichsten Säugetierordnung, den Nagetieren. Diese stellen nicht nur eine wichtige Nahrungsquelle für Greifvögel, Eulen, Marder und Füchse dar, sondern spielen auch eine wichtige Rolle für die Samenverbreitung und in der Landschaftsgestaltung. Auf dem Speiseplan einiger Nager steht nicht nur pflanzliche Kost. Auch Insekten und andere wirbellose Tiere sowie Vogeleier und kleine Wirbeltiere werden gefressen. Bilche und ihre Verwandten sind somit im Nahrungsnetz nicht nur als Beute, sondern auch als Jäger von Bedeutung.
Rekordhalter im Schlafen
Ihren Namen „Schläfer“ verdanken die meist nachtaktiven Bilche der Eigenschaft einen großen Teil des Jahres zu verschlafen. Der Siebenschläfer verbringt in unseren Breiten 7 – 8 Monate im Winterschlaf, in Ausnahmefällen kann er sogar bis zu 11 Monate verschlafen und ist somit Rekordhalter im Tierreich. Das Herabsetzen des Stoffwechsels hilft Bilchen wertvolle Energie zu sparen und so den Winter aber mitunter auch nahrungsarme Sommermonate zu überwinden. Den Winterschlaf halten die Tiere zumeist in unterirdischen, frostfreien Erdhöhlen, wie beispielsweise unter Baumwurzeln. In den Sommermonaten sind die Tiere häufig weit weniger ruhig. Mitunter sind diese sogar recht stimmfreudig und ihre Rufe gut zu hören. Geschickt klettern sie durchs Geäst aber auch durch menschliche Behausungen, wie Dachböden und Scheunen.