Über das Ferdinandeum

Das Haus der Kunst in Innsbruck

Eine Zeitreise durch 30.000 Jahre Tiroler Geschichte bietet das Ferdinandeum mit einem Rundgang von der Steinzeit bis in die Gegenwart. Beginnend bei der Archäologie im Untergeschoß werden die Besucherinnen und Besucher bis zur Modernen Galerie geleitet. 

Die vielfältigen Sammlungen von der Kunstgeschichte über Archäologie, Geschichte und Musik machen das Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum zum „Gedächtnis Tirols“ sowie zu einem Museum von internationalem Rang. Auf insgesamt fünf Stockwerken werden Fundstücke aus der Römerzeit ebenso gezeigt wie gotische Tafelaltäre, imposante Barockgebäude und Kunstwerke aus der Moderne, wie etwa jene von Kokoschka, Schiele und Egger-Lienz.

Kuppelsaal im Ferdinandeum
© Alexander Haiden
Kuppelsaal im Ferdinandeum

Meisterwerke von Rembrandt bis Brueghel im Ferdinandeum

Das Museum verfügt über eine exquisite Niederländersammlung – darunter Rembrandt und Brueghel –, besondere Biedermeier-Exponate und wertvolle Musikinstrumente wie jene des Tiroler Geigenbauers Jakob Stainer. Weitere Besonderheiten sind unter anderem der Altar von Schloss Tirol, der älteste erhaltene Flügelaltar des Alpenraumes aus der Zeit um 1370/72 sowie die Artuqidenschale, in deren Innenschale sich ein Medaillon mit der Apotheose Alexanders des Großen befindet und die voraussichtlich einer byzantinischen Emailwerkstätte der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts entstammt.

GESCHICHTE DES FERDINANDEUMS

Die Vorgeschichte zum Museumsbau an der heutigen Stelle reicht bis in das Jahr 1800 zurück. Auf Betreiben von Erzherzog Johann und dem Gouverneur von Tirol, Karl Graf Chotek, fand am 13. Mai 1823 die konstituierende Sitzung der Generalversammlung zur Gründung des Museums statt. Thronfolger Erzherzog Ferdinand übernahm das Protektorat und stimmte der Namensgebung „Ferdinandeum“ zu. Es erging ein öffentlicher Aufruf an die Bevölkerung, dem neu zu gründenden Museum beizutreten. Die ersten angemieteten Präsentationsräume des Museums waren im k.k. Lyzealgebäude, der heutigen Theologischen Fakultät der Universität Innsbruck in der Universitätsstraße.

Die Sammlungen entstanden durch Geschenke aus der Bevölkerung und gezielte Kunstankäufe durch den Museumsverein. Der Grundstein für das Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum in der Museumstraße wurde am 2. Oktober 1842 durch Erzherzog Johann gelegt, am 15. Mai 1845 nahm dieser die Eröffnung des neuen Museums vor. Nach Budapest und Graz war das Ferdinandeum das drittälteste „Nationalmuseum” in der österreichisch-ungarischen Monarchie.

Mit seinen Sammlungsbeständen bewegt sich das Ferdinandeum im internationalen Spitzenfeld von Landes- bzw. Nationalmuseen. Es ist Teil und Spiegelbild der Identität Tirols. Das Ferdinandeum ist seit seiner Gründung universell auf die Kulturgeschichte des Landes, mit dem Ausblick auf eine europäische Orientierung, ausgerichtet. 

ARCHITEKTUR DES FERDINANDEUMS

Das Ferdinandeum wurde von Architekt Anton Mutschlechner geplant. Grundsteinlegung war im Oktober 1842. Drei Jahre später, am 15. Mai 1845, wurde das Museum von Erzherzog Johann eröffnet. Die Fassade gestaltete der Architekt Natale Tommasi. Sie ist im Stil der Florentiner Neurenaissance gehalten und einzigartig in Innsbruck. Eine Säulenvorhalle, eine stark plastische Fenstergliederung, horizontale Fries- und Gesimsbänder und ein Balustradengesims mit Skulpturen geben dem Gebäude sein charakteristisches Aussehen.

Museumstraße gegen Westen, rechts das Ferdinandeum mit Vorgärten, um 1905/10
© TLM, Historische Sammlungen
Museumstraße gegen Westen, rechts das Ferdinandeum mit Vorgärten, um 1905/10

Zwischen dem ersten und zweiten Geschoß finden sich Porträtköpfe berühmter Tiroler Künstlerinnen und Künstler: Paul Dax, Gregor Löffler, Alessandro Vittoria, Alexander Colin, Martin Knoller, Joseph Schöpf, Angelika Kauffmann, Michelangelo Unterberger, Franz Zauner, Johann Baptist Lampi, Joseph Anton Koch und Dominikus Mahlknecht. In den Fenstergiebeln des zweiten Obergeschoßes sind die Köpfe berühmter Dichter und Wissenschafter eingesetzt: Oswald von Wolkenstein, Hieronymus Tartarotti, Johann Anton Scopoli, Peter Anich, Jakob Philipp Fallmerayer, Joseph Bergmann, Anton von Rosmini, Pius Zingerle und Hermann von Gilm. Sie wurden 1889 vom Steinmetz Anton Spagnoli in Marmor aus Arco gemeißelt.

Firstfeier für die Fassade war im September 1883. 1884 war diese weitgehend vollendet. 1886/88 wurde die Vorhalle errichtet. Die mittlere Giebelgruppe der Tyrolia schuf der Tiroler Bildhauer Josef von Gasser 1889. Die beiden seitlich der Vorhalle postierten Sphingen wurden 1903 vom Bildhauer Franz Baumgartner aufgesetzt.