Heimliche Schätze #8
Ob klein und unscheinbar, nostalgisch, skurril oder rätselhaft: In unserer Reihe holen wir meist unbemerkte Objekte aus hunderten Jahren Tiroler Kunst und Kultur zum Vorschein – und mit ihnen die Geschichten, die sie besonders machen. In Folge 8 geht es um winzige Details an einem riesigen Objekt: die Applikationen am Riesenrundgemälde.
Applikationen am Riesenrundgemälde (1897) von Zeno Diemer, Historische Sammlung
Innsbrucks Rundgemälde ist nicht nur aufgrund seiner Größe etwas Besonderes. Auf dem 360-Grad-Gemälde zur Schlacht am Bergisel von 1809 lassen sich ausgefallene Gestaltungstechniken finden. Dank ihrer, erscheinen gewisse Szenen besonders wirklichkeitsgetreu. So sind an einigen Stellen des Gemäldes die Einschläge der Geschosse in Bäumen und auf dem Feld, die Uniformknöpfe der Soldaten, die Mündungsfeuer der Gewehre, Waffenklingen und metallene Fahnenspitzen plastisch dargestellt. Die Ölfarbe wurde dort dick, wie bei einem Relief aufgetragen und mit farbigem Blattmetall und versehen. Im Zuge der Restaurierung des Gemäldes in den 1980er-Jahren verwendete man dann historischen Christbaumschmuck wie Lametta und diverses Verpackungsmaterial wie Bonbonpapier oder metallbeschichtetes Zigarettenpapier zur Ergänzung der Stellen. Heute sorgen diese ästhetisch verarbeiteten Accessoires aus früheren Zeiten bei den Restaurator*innen für Bewunderung.
Das Rundgemälde ist im Tirol Panorama mit Kaiserjägermuseum am Bergisel zu sehen.
Unser Foto ist eine Detailaufnahme davon und zeigt den Einschlag eines Geschosses.
Heimliche Schätze #1

Heimliche Schätze #5



