GESCHICHTE

Das Museum geht auf das "Tiroler Gewerbemuseum" zurück, das 1888 vom Tiroler Gewerbeverein gegründet wurde. Die anfängliche Sammeltätigkeit galt zeitgenössischen, handwerklich vorbildlichen Erzeugnissen. Sie sollten dem Tiroler Handwerk neue Anregungen geben. 

Die Sammeltätigkeit wurde in der Folge auf die "Gegenstände alttirolischen Kunstgewerbes und auf die Erzeugnisse tirolischen Hausfleisses" ausgedehnt. Die Sammlung des "tirolischen Museums für Volkskunst und Gewerbe" (1903), nunmehr im Besitz der Handels- und Gewerbekammer, bekam später im heutigen Gebäude, dem ehemaligen Franziskanerkloster, eine bleibende Heimstatt. Die Tiroler Handels- und Gewerbekammer übergab 1926 die Sammlungsgegenstände dem Land Tirol mit der Verpflichtung, sie "in einem öffentlich zugänglichen Museum aufzustellen". 

1929 wurde das Tiroler Volkskunstmuseum - wie es von nun an hieß - eröffnet. Ein großer Teil der Gegenstände wurde schon vor dem Ersten Weltkrieg angekauft. Sammlungsgebiet war die Region Alt-Tirol mit dem heutigen Trentino (ehem. Welschtirol) und den ladinischen Tälern rund um die Dolomiten. Die Sammlungsstücke stammen aus verschiedenen sozialen Schichten: dem Bauernstand, dem Bürgertum und dem Adel.

MUSEUMSGEBÄUDE
Das Haus, ursprünglich ein Klostergebäude, wurde ab 1553 unter Kaiser Ferdinand I. zugleich mit der nebenan liegenden Hofkirche errichtet. Das Renaissancegebäude zeigt, wie es für diese Zeit in Tirol charakteristisch ist, deutliche Reminiszenzen an die Gotik. Der Innsbrucker Steinmetz und Baumeister Niklas Türing d. Ä. und nach dessen Tod Marx della Bolla sowie Georg van der Werdt haben es nach den Plänen des Trienter Baumeisters Andrea Crivelli erbaut. 1729 erfuhr das Gebäude durch den Innsbrucker Hofbaumeister Georg Anton Gumpp einen Umbau.