Egger-Lienz und Otto Dix
Bilderwelten zwischen den Kriegen

Im Jahr 1919 lebte Albin Egger-Lienz in St. Justina bei Bozen, seit Ende des Ersten Weltkrieges italienischer Boden. Die dortige Kunstszene war derart vielversprechend für den neuen Staatsbürger, dass er eine Professur an der Wiener Akademie ablehnte. Es begann eine fruchtbare Schaffensphase mit Werken, die vor allem die alltägliche Misere der Nachkriegszeit reflektieren. Bilder wie „Finale“ oder „Mütter“ zählen zu den eindrucksvollsten künstlerischen Auseinandersetzungen mit dem Ersten Weltkrieg und dessen Folgen. Vergleichbares findet sich im deutschsprachigen Raum nur bei Otto Dix. 1919, kurz nach dem Krieg, kehrte Dix an die Kunstakademie in Dresden zurück, diesmal als Meisterschüler. Wie bei Egger-Lienz hat der Kriegseinsatz seine künstlerische Entwicklung beflügelt. Kriegsversehrte und Prostituierte bevölkern Bilder von seltener Brutalität. Zynisch, kritisch und schonungslos durchleuchten sie das Elend der 1920er-Jahre.
Egger-Lienz und Dix erreichten beide nach dem Krieg einen künstlerischen Höhepunkt. Doch während sich Letzterer noch am Anfang seiner Karriere befand, starb Egger-Lienz bereits 1926. Ausgehend vom Schaffen dieser Jahre stellt die Ausstellung die Entwicklungen beider Künstler einander gegenüber. Der konsequente, stilsichere Albin Egger-Lienz und der Stilpluralist Otto Dix sind zwei sehr verschiedene Künstler, die sich besonders schwer in die Schubladen der Kunstgeschichte einordnen lassen. Genau in diesem Randbereich treffen sie sich.

Die Ausstellung ist die bisher umfangreichste Präsentation von Dix’ Werken zwischen 1910 und 1930 in Österreich. Zahlreiche von Dix’ Meisterwerken, wie etwa „Die Irrsinnige“, werden hier zum ersten Mal zu sehen sein.

Die nächsten Termine:

Kuratorinnenführung

Sonntag, 22. September, 11 Uhr
Ferdinandeum

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mit Helena Pereña

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Preis
Eintritt + Führungspauschale 2€

KONZERT "Berlin 1922 - Als der Jazz Europa eroberte"

Freitag, 27. September, 19 Uhr
Ferdinandeum

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Michael Schöch (Klavier) spielt Werke von Hindemith, Debussy u. a. als Hommage an den jazzbegeisterten Otto Dix

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Podiumsdiskussion

Donnerstag, 10. Oktober, 18 - 20 Uhr
Ferdinandeum

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„Mechanismen der Ästhetisierung und Visualisierung des Krieges: Von Otto Dix bis zum Golfkrieg“, mit Martina Baleva, Christoph Bertsch, Hermann Mitterhofer und Andreas Oberprantacher.

Moderation: Helena Pereña

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Preis
Eintritt frei

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