Grüß Göttin & Aura

Künstlerische Intervention im TIROL PANORAMA mit Kaiserjägermuseum // Winter/Frühjahr 2020/21 // Ergänzend: Facebook-Diskussionsgruppe ab 23.11.2020

Eine neue Edition von „Grüß Göttin“ präsentiert die Tiroler Künstlerin Ursula Beiler am Dach des TIROL PANORAMA mit Kaiserjägermuseum. Das Kunstwerk hat zuvor bereits öffentliche Diskussionen ausgelöst, die jetzt fortgeführt werden – ab 23.11. online in der Facebook-Gruppe „Grüß Göttin am Bergisel“. Alle sind eingeladen, mitzudiskutieren. Ab sofort kann außerdem das Kunstwerk auf dem Dach des TIROL PANORAMA besichtigt werden. Welche Kritik, Leserbriefe und Rückmeldungen die Künstlerin bereits erhalten hat, wird nach Wiedereröffnung der Museen in der künstlerischen Intervention gezeigt.

Fünf Jahre lang, von 2009 bis 2016, befand sich der „Grüß Göttin“-Schriftzug an der Autobahn bei Kufstein, seit 2019 auf der Insel des Kreisverkehrs der Ausfahrt Innsbruck Mitte. Dort wurde er bereits heftig öffentlich diskutiert. Nun kommt das Kunstwerk, das die männerdominierte Sprache in der Gesellschaft kritisiert, ins TIROL PANORAMA am historischen Schlachtort Bergisel, wo ein männlich konnotiertes Heldentum zelebriert wird. Die Irritation der Verweiblichung Gottes wird damit gestärkt. Das Museum soll sich in den folgenden Monaten zur Plattform für aktuelle Diskussionen wandeln, die auf dem öffentlichen Umgang mit dem umstrittenen Werk basieren. Gezeigt werden neben der neuen Edition des Schriftzuges auch Rückmeldungen und Briefe, die die Künstlerin seit 2009 gesammelt hat.

„Aura“-Porträts setzen „Grüß Göttin“ fort

In dem Bereich, in dem wichtige Protagonisten der Tiroler Freiheitskämpfe wie Andreas Hofer und Josef Speckbacher auf Säulen residieren, wird außerdem das Kunstwerk „Aura“ als Fortsetzung von „Grüß Göttin“ gezeigt. Eine weiße Säule, die den „Unbekannten Frauen“ der Kämpfe gewidmet ist, ummantelt Ursula Beiler mit der Porträt-Serie. Diese ist wiederum Teil einer größeren Werkgruppe. Seit einem Jahrzehnt fotografiert die Künstlerin dafür Personen in unterschiedlichem Alter vor einem wechselnden LED-Heiligenschein. Wie eine Ikonostase – eine mit Kultbildern verzierte Wand vor kirchlichen Altarräumen –verweisen die gereihten Porträts auf das Göttliche in jedem Mensch. Die Lichtscheinsettings wurden schon als Diaprojektion in vielen Kirchen, Burgen und an Fassaden sowie 2015 im Innsbrucker Dom im Rahmen der Langen Nacht der Kirchen präsentiert.

Online diskutieren: ab 23.11.

In der Facebook-Gruppe „Grüß Göttin am Bergisel“ wird der Diskurs ab 23.11. fortgesetzt. Jeder und jede ist dazu eingeladen, die viel diskutierte Kunst weiter zu besprechen.

Über die Künstlerin

Ursula Beiler, im Künstlerinnen-Namen auch Urbeil, ist 1959 in Innsbruck geboren. Sie hat in Innsbruck die HTL für Bildhauerei besucht und an der Universität Innsbruck Philosophie studiert. Ihr umfangreiches Werk wurde vielfach im In- und Ausland ausgestellt. Seit 2000 nimmt sie an vielen internationalen Symposien teil, wobei sie die Materialen Holz, Stein und Metall bearbeitet. Land Art, Naturkunst sowie Performances, vorwiegend mit Feuer, Feuermalerei, Branding und Lichtscheinsetting gehören ebenfalls zu ihrem Repertoire. Wenn ihr das Atelier zu eng wird, nützt sie die Außenateliers der Natur für ihre Land Art-Projekte. Mächtige Skulpturen, Installationen, Fassadengraffiti, Lichtprojektionen, Schriftzüge und vergängliche Naturkunstinterventionen fügen sich in die vielfältigen, europäischen Natur- und Kulturlandschaften. Ihre Werke sind bis Korea, Japan und Australien vertreten. Heute lebt und arbeitet sie in Silz im Tiroler Oberland.

Zeitschrift zur Intervention

Zur Intervention erscheint eine Zeitschrift in zwei Ausgaben. Die erste Ausgabe beleuchtet mit einem Essay und einer Zeittafel von Martina Kaller sowie einem Gespräch mit Ursula Beiler die Rezeptionsgeschichte der Arbeit „Grüß Göttin“ und die Auseinandersetzung der Künstlerin mit den zahlreichen Rückmeldungen und Umgestaltungen des Schildes. Eine zweite, im März 2021 erscheinende Ausgabe fokussiert auf die Auswirkungen der Intervention am Bergisel und insbesondere auf den Dialog unter Vertreterinnen und Vertretern der Wissenschaft, der Politik und anderer öffentlichen Institutionen, der in Form von Gesprächen im Jänner und Februar 2021 zu Themen wie Kunst im öffentlichen Raum, patriarchale Geschichtsschreibung oder Frauenpolitik im Museum erfolgen kann.

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