Open House: Sammlungspräsentation Moderne Sammlungen

Eine Skulptur von Bruno Gironcoli vor dem Ferdinandeum, If I can’t dance, I don’t wanna be part of your Revolution in der Artbox, Neuaufstellung der Klaviere der Musiksammlung und das Tirol Panorama Revisited von Stefan Marx in der Aula.

If I can’t dance, I don’t wanna be part of your Revolution

In den 1940er Jahren initiierte Marcel Duchamp die Ausstellung „Exhibition by 31 Women“, die sich zum ersten Mal ausschließlich mit den Werken von Künstlerinnen befasste. Die Präsentation „If I can’t dance, I don’t wanna be part of your Revolution“ mit dreizehn Künstlerinnen aus unseren Modernen Sammlungen knüpft an diese feministische Kunstgeschichtsschreibung an und kombiniert historische Vertreterinnen der österreichischen Avantgarde mit internationalen Positionen sowie jüngeren Tendenzen.
Der Titel der Sammlungspräsentation geht zurück auf die Anarchistin und feministische Theoretikerin Emma Goldman. Sie lehnte jegliche Form von Institutionen ab, da sie tradierte Moralvorstellungen zementieren und dem menschlichen Bestreben nach Emanzipation entgegenstehen.

Künstlerinnen: Maria Eichhorn, Silke Wagner, Ashley Hans Scheirl, Jakob Lena Knebl, Valie Export, Birgit Jürgenssen, Kathrin Aste, Laura Horelli, Christine & Irene Hohenbüchler, Elaine Sturtevant, Esther Strauß, Sarah Lucas, Maria Lassnig.

Tirol Panorama Revisited

Stefan Marx vorrangiges Medium ist die Zeichnung, die sich in ganz unterschiedlichen Kontexten manifestiert. Die Zeichnungen sind spontane Skizzen seiner Beobachtungen des täglichen Lebens. Das Individuum und die Landschaft sind ein wiederkehrendes Thema. Aber weit davon entfernt pessimistisch zu sein, sind diese Arbeiten auf Papier vielmehr Ausdruck gesellschaftlich-sozialer Strukturen wie sie sich in den verschiedensten Milieus erfahren lassen. Nicht zuletzt durch den skizzenhaften Zeichenstil drücken Marx’ Zeichnungen eine Energie und Dynamik aus, die den zeitgenössischen Lebensbedingungen entspricht, auf sie reagiert und kommentiert.
In seinem „Tirol Panorama Revisited“ nimmt uns Stefan Marx mit auf eine fantastische Reise, auf der wir Fantasiegestalten begegnen und unerwartete Situationen erleben. Vergleichbar mit dem kollektiven Gedächtnis Tirols ist Stefan Marxs Rundgemälde ein Steinbruch von Geschichte und Kultur. Auf den Bildräumen der Aula finden sich Zitate und Bezüge zu Arbeiten diversen Künstler*innen vom Mittelalter bis heute.

4 Meter hohe Skulptur von Bruno Gironcoli

Der österreichische Künstler Bruno Gironcoli (1936 Villach – 2010 Wien) ist für seine riesigen Skulpturen bekannt, die mit ihrer Größe und dem Rätselhaften, das sie vermitteln, beeindrucken. Bereits in den frühen 1960er-Jahren, von Jean-Paul Sartres Texten beeinflusst, begann er, sich mit Bildhauerkunst zu beschäftigen. In seinen Werken gibt er alltäglichen Gegenständen neue Bedeutungen, die Arrangements lassen Raum für unterschiedlichste Interpretationen. Thematisch bewegt er sich dabei aber nicht nur in einer beflügelnden Märchenwelt, sondern zeigt auch düstere Spektren der Menschlichkeit auf. Er beschäftigt sich dabei etwa mit Gewalt, Folter, Unterdrückung und Sexualität, dem Klassenkampf und psychosozialen Auswirkungen.

Die Modernen Sammlungen präsentieren eine mehr als 4 Meter hohe, an Fingerhüte erinnernde Skulptur, die 1992 entstanden ist, vor dem Ferdinandeum. Weitere Arbeiten von Bruno Gironcoli sind in der Studiogalerie im 3. Stock des Museums ausgestellt, um die Vielschichtigkeit des künstlerischen Œuvres mit ausgewählten Arbeiten darzustellen.

Schlendern Sie bei freiem Eintritt durch das Ferdinandeum und genießen Sie die Neuaufstellungen der Modernen Sammlungen. Und zum Ausklang noch ein Gläschen Sekt in der kunstpause.