Monteverdis „Selva morale et spirituale“ im Kontext habsburgischer Andachtsmusik
Mit der Sammlung „Selva morale et spirituale“ legte Claudio Monteverdi, dessen Porträt zu den bedeutendsten Kunstschätzen des Ferdinandeums gehört, am Ende seines Lebens eine repräsentative Werkschau seines Schaffens auf dem Gebiet der geistlichen Musik vor. Er widmete sie der Kaiserin Eleonora Gonzaga. Der Komponist kannte die Regentin von Kindesbeinen an, denn Eleonora wurde 1598 in Mantua geboren und Monteverdi stand dort bis 1612 in Diensten des Mantuaner Fürstengeschlechts. Der Titel „Selva morale et spirituale“ (geistlicher und moralischer Wald) verweist auf die zwei Schwerpunkte in diesem Opus: Einerseits enthält er geistliche Madrigale mit moralisierenden Texten, andererseits Sakralwerke für Messe, Vesper, andere gottesdienstliche Anlässe und Andachten.
In unserem Konzert steht vor allem die liturgisch nicht streng gebundene Andachtsmusik im Mittelpunkt – mit Monteverdi-Hits wie dem Pianto della Madonna (der geistlichen Fassung des berühmten Lamentos der Arianna) und einigen der Madrigale, welche die Sammlung eröffnen und in denen zeittypisch vor allem die Vergänglichkeit (Vanitas) beschworen wird. Das abwechslungsreiche musikalische Programm, das keinem liturgischen Formular folgt, gibt einen Eindruck von der Andachtsmusik am Kaiserhof. Die Habsburger zelebrierten ihre Frömmigkeit und Verbundenheit mit dem Katholizismus in diesen überaus beliebten Andachten öffentlich: Die „Pietas Austriaca“ wurde sprichwörtlich.
BONUS: 18 Uhr Einführung mit Musik

