Ein Oratorium von Giovanni Legrenzi zu seinem 400. Geburtstag
Der vor 400 Jahren in Clusone bei Bergamo geborene Giovanni Legrenzi war einer der großen Komponisten des 17. Jahrhunderts und brachte es bis zum Kapellmeister an San Marco in Venedig. Auch nördlich der Alpen war Legrenzi berühmt: Im Tiroler Raum, nachweislich in Marienberg und in Meran, waren seine Werke bekannt, am Wiener Kaiserhof wurden zwei Oratorien aus seiner Feder aufgeführt.
Dem Kaiser widmete Giovanni Legrenzi 1673 eine Sammlung von Instrumentalwerken mit dem Titel „La Cetra“. An Leopolds Hof wurde kurz vor dessen Tod 1705 – ungewöhnlicherweise fast 30 Jahre nach dem Tod des Komponisten – Legrenzis Oratorium „La morte del cor penitente“ aufgeführt, ein Juwel, das die Meisterschaft seines Schöpfers eindrucksvoll unter Beweis stellt. Besonders die kontrapunktische Fertigkeit, die immer wieder durchklingt, traf den musikalischen Geschmack am Kaiserhof. Legrenzi war als Opernkomponist erfolgreich – diese Erfahrung in der Vokalkomposition zeigt sich in ausdrucksvollen Arien. Ab 1673 wurde das Werk mehrfach im Oratorium der Filippini in Venedig aufgeführt, aber entstanden war es wohl schon 1671 in Ferrara, wo es eine Totenbruderschaft gab, welche glanzvolle Oratorienaufführungen veranstaltete. Wie in italienischen Oratorien dieser Zeit üblich treten allegorische Figuren (ein Sünder, die Reue und die Hoffnung) in Erscheinung.
BONUS: 18 Uhr Einführung mit Musik
Weitere Termine in Kooperation mit dem Festival Musica Sacra Bozen-Trient:
SA, 23.5.2026, 19.30 Uhr, Franziskanerkirche Bozen
SO, 24.5.2026, 18.00 Uhr, S. Francesco Saverio Trento/Trient

