Die beiden historischen Orgeln der Hofkirche sind aus der Musikgeschichte der Stadt Innsbruck nicht wegzudenken: die von Jörg Ebert aus Ravensburg gebaute und 1558 vollendete Chororgel, die die älteste voll funktionsfähige ihrer Art darstellt sowie die aus der Silbernen Kapelle, die erstmals 1614 zum Einsatz kam.
Auch in den Annalen der Innsbrucker Festwochen spielen beide Instrumente, v. a. die Ebert-Orgel eine herausragende Rolle. Sie wurde bereits von bedeutenden Organisten wie Luigi Ferdinando Tagliavini, Michael Radulescu und Reinhard Jaud zum Erklingen gebracht. Einst gefeierte Hofkirchenkonzerte sind der Ausgangspunkt für das neue Programm, das sich der Gewinner des internationalen Paul-Hofhaimer-Preises 2025, Josef Laming, erdacht hat.
Es bezieht sich auf Musik der Jahrzehnte rund um den Bau der Ebert-Orgel: So finden sich darin Stücke aus Leonhard Klebers Tabulaturbuch aus den 1520er-Jahren, wie auch Andrea Anticos «Frottole Intabulate per sonare organi» von 1517, die erste gedruckte Musik für Tasteninstrumente überhaupt. Mit Bezug zum Habsburgerhof erstreckt sich das Konzert in geografischer Vielfalt auf Kompositionen aus den Niederlanden, Belgien, England und die Iberische Halbinsel. Das Programm umfasst u. a. Werke von Jan Pieterzon Sweelinck, Antonio de Cabezón, William Byrd, Paul Hofhaimer oder Samuel Scheidt.

