Claudio Monteverdi in der Silbernen Kapelle Missa In illo tempore, Motetten und Madrigali spirituali
Die Silberne Kapelle in der Innsbrucker Hofkirche war der Ort für die fürstlichen Privatgottesdienste und Andachten der Tiroler Erzherzöge, die im Sinne der „Pietas Austriaca“ die Bindung der Habsburger an den katholischen Kult zelebrierten. Hier war auch Raum für erlesene und neuartige musikalische Meisterwerke, die in Kennerkreisen zirkulierten, also für „Musica reservata“. Claudio Monteverdis Vertonung der Lauretanischen Litanei scheint wie für die Silberne Kapelle gemacht. Dieser grundlegende liturgische Text der katholischen Gegenreformation ist durch den namensgebenden Silber-Altar dauerhaft präsent, denn die Bildsymbolik beruht auf den Anrufungen des Bittgebets an die Gottesmutter Maria. Die Lauretanische Litanei aus einer posthum im Jahr 1650 veröffentlichten Sammlung und weitere Kostbarkeiten aus Monteverdis Sakralmusikschaffen, zudem selten zu hörende Madrigali spirituali ergeben im einmaligen Ambiente der Silbernen Kapelle ein Gesamtkunstwerk – nicht zuletzt auch durch den Einsatz der weltberühmten Hölzernen Orgel. Dieses Instrument ist wahrscheinlich ein Vermächtnis von Anna Caterina Gonzaga, der Tiroler Landesfürstin und zweiten Frau von Erzherzog Ferdinand II. von Österreich-Tirol. Sie war die Schwester von Herzog Vincenzo I. von Mantua, dem Dienstherrn Monteverdis.
Bonus: 18.15 Uhr Vorkonzert