Vortrag

Münzmandate im 16. Jahrhundert

Historische Währungsräume waren nicht so stark gegenüber ihren Nachbarn abgegrenzt, wie wir es aus der Moderne kennen. Die übliche Hauptquelle für die Rekonstruktion eines historischen Münzgeldumlaufs stellen für die Numismatik Münzfunde dar. Um allerdings für Tirol im 16. Jahrhundert ein aussagekräftiges Bild wiedergeben zu können, sind aus unterschiedlichen Gründen zu wenige Funde dokumentiert und publiziert. Somit muss auf eine andere Quellenkategorie zurückgegriffen werden.

Hier bieten sich als schriftliche Quellen am leichtesten erschließbar die sogenannten Münzmandate an. Dabei handelte es sich um öffentlich verlautbarte Informationsplakate zum Umgang mit fremden Münzen. In gedruckter Form etablierten sie sich in Tirol seit den 1520er Jahren. Als Gesetzestexte bilden sie primär ein normatives Bild des Münzumlaufes ab. Doch ganz im Schema mittelalterlicher Urkunden gehalten, bildet ihre Narratio den eigentlichen Aussagewert zu den tatsächlichen Verhältnissen. Zusammen mit dem Wissen um die Münzproduktion in Tirol lässt sich so eine erste Skizze des Münzumlaufs abzeichnen.

Vortragender

Markus Greif

Universität Wien

In Kooperation mit dem

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