Die vom Verein Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum neu erworbene Zeichnung von Egon Schiele (1890–1918), die das Wiltener Leuthaus in Innsbruck darstellt, wird im Tiroler Volkskunstmuseum vorgestellt.
Elisabeth Dutz (Chefkuratorin Grafische Sammlung der Albertina/Wien) hält den Festvortrag zu Egon Schiele als Zeichner.
Lukas Madersbacher, stv. Obmann des Vereins Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, ĂĽber die Zeichnung:
„Es ist aufschlussreich zu sehen, wie Egon Schiele (1890–1918) das einstige Gerichtsgebäude (Leuthaus in Wilten) ins Bild setzte. Statt – wie in zeitgenössischen Fotografien ĂĽblich – eine der beiden barocken Kirchen, die Wiltener Basilika oder die Stiftskirche, einzubeziehen, isolierte er den Bau und betonte so die Klarheit seiner kubischen Gestalt. Es ist der selektive Blick auf die elementare Form, der diese, wie alle seine Zeichnungen prägt. Das Blatt dĂĽrfte am 9. Juni 1917 entstanden sein. Tags darauf schrieb Schiele an seine Frau: ,Gestern Samstag vormittags war ich am Berg Isel, mittags Bahnhof-Restaurant Innsbruck und nachmittags mit GrĂĽnwald Lansersee bei Igels – Abends auf der Hungerburg … Jetzt geh ich Bauernhäuser zeichnen‘.“

