„200 Jahre Ferdinandeum, 2023“ und „100 Jahre Museum Castello del Buonconsiglio, 2024″ bilden den Rahmen für das gemeinsame Ausstellungsprojekt der beiden Museen, das zwei überregional bedeutende, reich ausgestattete Gräber der langobardischen Elite des 7. Jahrhunderts erstmals gemeinsam präsentiert:
Zum einen handelt es sich um das sogenannte „Fürstengrab von Civezzano“, das 1885 anlässlich landwirtschaftlicher Arbeiten in „al Foss“ zufällig ans Licht kam, vom damaligen Vorstand des Ferdinandeums Franz von Wieser im Antiquitätenhandel in Bozen angekauft wurde und seither in der Archäologischen Schausammlung nicht nur ein Kernstück zur frühmittelalterlichen Besiedlung Tirols ist, sondern auch zu den Kostbarkeiten des Ferdinandeums zählt: Der anhand der Eisenbeschläge rekonstruierte Sarg mit Tierprotomen und Kreuz ist ein Unikat.
Und zum anderen – als Pendant permanent im Castello del Buonconsilio präsentiert – die „Tomba della principessa”, das ebenfalls mit Goldblattkreuz ausgestattete 1902 in Civezzano entdeckte „Grab der Prinzessin” aus dem Gräberfeld bei Castel Telvana mit Ohrgehänge in byzantinischer Tradition – es sind Meisterwerke frühmittelalterlicher Goldschmiedekunst.
In beiden Gräbern zeugt Brokat von den Gewändern zusammen mit der übrigen Ausstattung vom hohen sozialen Status der Verstorbenen.