Details zur Ausstellung
In der Präsentation von Oliver Laric in den Räumen Studio 1 und Studio 2 des Ferdinandeums zerfallen vertraute Größenordnungen und historische Hierarchien. Videoarbeiten und Skulpturen weisen auf die Bedeutung von Diskontinuität und Bruch hin, um neue Verbindungen unter Disziplinen, Epochen, Lebewesen wahrzunehmen.
Seine Videoarbeiten zeichnen digitale Räume, die Referenzen zur Naturwelt und zugleich zu populären Bildsprachen andeuten und diese zu gleichberechtigten elementaren Bestandteilen der Aktualität erscheinen lassen.
Die Skulpturen im obersten Geschoss des Ferdinandeums stellen museologische Kategorien wie Autorschaft, Original, Kopie oder Reproduktion infrage. Sie entstehen aus extrem detaillierten 3D-Scans von historischen Werken, die der Künstler in Kooperation mit internationalen Sammlungen realisiert und auf dem Portal threedscans.com zum freien Download zur Verfügung stellt.
Für die komplexe Produktion seiner Skulpturen arbeitet Laric mit internationalen Programmierer*innen zusammen. Drei der Skulpturen in der Ausstellung basieren auf Vorlagen aus den Sammlungen des Museums sowie von Innsbrucker Denkmälern.
Larics Arbeiten erwecken den Eindruck, dass wir immer auf eine Welt im Entstehen blicken können. Alle Elemente fließen ineinander, auch und vor allem dort, wo Bildschnitt oder Materialzäsuren eingebaut werden. In den Videoarbeiten bildet der meditative Klang den Basso continuo, in den Skulpturen das Band der Ähnlichkeiten und Differenzen mit den kunsthistorischen Originalen.
Über den Künstler
Oliver Laric, 1981 in Innsbruck geboren, hat an der Universität für angewandte Kunst Wien studiert und lebt heute in Berlin. Seine Werke wurden in zahlreichen Einzelausstellungen, u.a. im S.M.A.K. in Gent, in der Kunsthalle Winterthur, in der Secession in Wien, im Hirshhorn Museum and Sculpture Garden in Washington und in der Skulpturhalle Basel sowie in Gruppenausstellungen auf der São Paulo Bienal, im ZKM Karlsruhe, im Centre Pompidou in Paris und auf der Seoul Mediacity Biennale präsentiert. Er wurde 2020 mit dem RLB Kunstpreis ausgezeichnet, in dessen Rahmen diese Ausstellung erfolgt.