14.7.2021
3 min
Elisabeth Probst, M.A.

Geschichte zum Ausgraben

Haben Sie sich schon mal gefragt, was sich alles im Boden unter unseren Füßen befindet? Wo wir gehen und stehen, bewegen wir uns auf den Überresten vergangener Zeiten. Dabei ist natürlich nicht alles, was sich im Erdreich findet, gleichermaßen wertvoll und interessant. Im Zeughaus hoffen Archäolog*innen nun allerdings auf aussagekräftige Befunde aus der Vergangenheit zu treffen. 

Auf Geschichte gebaut

Das Zeughaus blickt auf eine etwa 500-jährige Historie zurück: Unter Kaiser Maximilian wurde es vornehmlich als Waffenlager genutzt. Aus jener Zeit stammt auch Jörg Kölderers Werk, das die Bausubstanz unmittelbar nach der Errichtung des Zeughauses zeigt. Bis nach dem Zweiten Weltkrieg diente es als militärischer Zweckbau. Erst mit der Anmietung durch das Land Tirol 1955 veränderte sich die Nutzung des Zeughauses hin zu einem musealen Angebot. So lädt es seit dem 18. Mai 1973 als Teil der Tiroler Landesmuseen zum Besuch von Schausammlung und Sonderausstellungen.

 

Ein Gebäude im Wandel

Über die Jahrhunderte wurde das Zeughaus nicht nur zu einem Zeitzeugen der Geschichte, es trotzte auch den Launen der Natur und überstand bauliche Maßnahmen. Demnächst steht wieder ein Umbau an: Die vier offenen Bögen des Südtraktes, wo noch vor wenigen Jahren historische Fahrzeuge präsentiert wurden, sollen geschlossen und in den musealen Betrieb eingebunden werden. Doch anders als bei früheren Eingriffen in die Architektur des geschichtsträchtigen Hauses lässt man heute vorab archäologische Grabungen durchführen, bevor die Bagger anrücken.

 

Auf Spurensuche

Etwa 270 Quadratmeter Fläche warten im Zeughaus darauf von den Archäolog*innen analysiert zu werden. Von den Grabungen versprechen sie sich, den maximilianischen und jüngere Geh- und Nutzungshorizonte fassen zu können. Verschiedene Indizien sprechen dafür, dass sich das Terrain infolge von Überschwemmungen der Sill erhöht haben könnte. Welche Eingriffe allerdings schon bei früheren Baumaßnahmen erfolgt sind, lässt sich heute aufgrund fehlender Aufzeichnungen kaum feststellen. Umso mehr wollen die Archäolog*innen der Frage im wahrsten Sinne des Wortes auf den Grund gehen. Welches Ergebnis die Spurensuche letztlich bringt? Wir dürfen gespannt sein.

Autorin

Elisabeth Probst, M.A.

 
Elisabeth Probst
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