24.6.2020
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Mag. Dr. Peter Assmann

Entstanden ist der Altar in den Jahren 1370/72. Als sein Schöpfer gilt der aus Wien stammende Hofmaler Meister Konrad, der in dieser Zeit in Meran lebte und dort tätig war. Urkundlich wird er erst von 1379 bis 1406 erwähnt, zumeist als „Konrad im Tiergarten“.

Anlass für den Auftrag war das Ende eines Konflikts zwischen den damaligen Herrschern von Bayern und von Österreich. 1369 starb Margarete von Tirol, genannt „Maultasch“. In der Folge beendeten die Herzogtümer Bayern und Österreich im Frieden von Schärding ihren Streit um die Landesherrschaft über Tirol. Somit war der Anspruch des Hauses Habsburg gesichert.[4] Die beiden habsburgischen Brüder Herzog Albrecht III. und Herzog Leopold III. unternahmen 1370 eine gemeinsame Huldigungsreise nach Tirol und stifteten einen Altar als Dankesgabe. Der Standort des Altars war symbolisch: die Kapelle von Schloss Tirol, des Stammsitzes und der Residenz der Grafen von Tirol.[5] Dort diente er als Hausaltar und wurde möglicherweise auch als Feldaltar auf Kriegszügen mitgeführt.

Autor*in

Mag. Dr. Peter Assmann

 
Mag. Dr. Peter Assmann, Direktor der Tiroler Landesmuseen