Albin Egger-Lienz & Peter Sandbichler

Immer bis zum Sieg
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1809 mobilisiert der Freiburger Student Georg Hauger die Bauern zur Verteidigung der Lienzer Klause. Dabei wird das spätgotische, von Hans Klocker, geschnitzte Kruzifixus von zwei Männer emporgehalten, um die zum Kampf bereiten Bauern in die Schlacht zu führen. Die Bande wird vom Säbelführenden Hauger mit entschlossener Gestik seiner zum Kreuz weisenden Linken befehligt. Im Vordergrund bahnt ein Bauer mit bereits Blut befleckter Sense den Furor.

Georg Hauger war es auch, der die Gebeine Andreas Hofers (1767-1810) aus der Grabstätte in Mantua exhumieren ließ, um sie zunächst nach Trient und später nach Bozen zu bringen. Während der bis August 1823 dauernden kriegsgerichtlichen Untersuchung des Diebstahls kamen die sterblichen Überreste Hofers nach Innsbruck, wo sie sich, in einer Kiste zwischengelagert, bis 1834 im Servitenkloster befanden und im selben Jahr feierlich in der Hofkirche beigesetzt wurden.

Albin Egger-Lienz (1868-1926) stützte sich bei seiner Darstellung auf die Schilderungen von Joseph Rapp aus seinem Buch „Tirol im Jahre 1809“ (Innsbruck 1851): „Georg Hauger kam mit einem Theile seiner Kompagnie und mit mehreren anderen versprengten Schützen zu einem Bauernhause, wo eine Menge Stürmer um ein an der Mauer hängendes Krucifix knieten und beteten. Mit jugendlichem Feuer rief er sie auf, mit ihm der Klause zu Hilfe zu eilen, und da sie, wie es schien, mißmuthig, nicht gleich aufstanden, riß er das Kreuz von der Mauer, hob es hoch empor und beschwor alle Anwesenden, für die heilige Religion und zur Rettung des Vaterlandes noch den letzten Versuch zu wagen. Dieß wirkte. Hauger eilte mit dem Kreuz voran durch einen schmalen Steig der Klause zu und alle Bewaffneten folgten ihm mit Begeisterung.“

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