25.8.2026
3 min
Mag.a. Ursula Grimm

Auf den Spuren der Alpenkrähe

Eine gemeinsame Erkundungstour führte Mitglieder der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft am Tiroler Landesmuseum und der Monticola (Internationale Arbeitsgemeinschaft für Alpenornithologie) in das potentielle Alpenkrähen-Gebiet Sesvenna.

Seit über 50 Jahren gibt es die Monticola, die Internationale Arbeitsgemeinschaft für Alpenornithologie, die sich mit der Vogelwelt der Alpen befasst. Ein besonderer Fokus liegt auf der Alpenkrähe, einer europaweit gefährdeten Art, die früher in den Alpen verbreitet war. Heute ist sie fast nur mehr im Wallis und den schweizerisch-französisch-italienischen Westalpen zu finden. Die Gründe für ihren Rückgang bis zum beinahe Verschwinden in den Ostalpen werden erforscht.

Wer ist die Alpenkrähe?

Die Alpenkrähe sieht der allbekannten Alpendohle zum Verwechseln ähnlich, unterscheidet sich von dieser jedoch durch einen auffällig roten, gekrümmten Schnabel. Sie sind nahe verwandt und oft mischen sich einzelne Alpenkrähen unter einen Trupp Alpendohlen. Es lohnt sich also immer, alle Vögel in einem vermeintlichen Alpendohlenschwarm näher zu betrachten. Im Verhalten und der Flugweise sind die Alpenkrähen für das geschulte Auge aber erkennbar.

Exkursionen, Tagungen, Suchaktionen

Bei Tagungen und Exkursionen der Monticola in der Schweiz konnten schon mehrfach Alpenkrähen dokumentiert werden. Durch die gemeinsame Beobachtung können die Teilnehmer einen „Blick“ für die Alpenkrähe gewinnen, was spätere Beobachtungen erleichtert. 
Eine erste, die gesamten Ostalpen umfassende Suchaktion hat von 2012 bis 2020 nur wenige sichere Rückmeldungen ergeben. Darunter jedoch eine relative Häufung im alten Brutgebiet Dreiländereck Südtirol, Graubünden, Nordtirol. Es ist daher möglich, dass in dieser Region ein bisher übersehenes Restvorkommen existiert.

Bereits mehrfach wurden Exkursionen und Suchaktionen mit Mitgliedern der Monticola und der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft am Tiroler Landesmuseum in potentielle Alpenkrähen-Gebiete unternommen. 2023 musste eine Suchaktion, bei der ein großes Gebiet von mehreren Seiten an denselben Tagen begangen worden wäre, wetterbedingt verschoben werden und konnte dann nur in reduzierter Form stattfinden. Damals wurden die Teilnehmer*innen in einem einleitenden Vortrag zuerst über das Projekt und die Alpenkrähe informiert. Spezielle Tipps zur Bestimmung wurden vermittelt und schließlich fand eine gemeinsame Exkursion im Kaunertal statt.

2 Menschen mit Ferngläsern
© Ursula Grimm
Die Teilnehmer*innen beobachten Vogelflüge.

Bioakustik-Anlage in der Sesvenna

Auch heuer führten Exkursionen auf privater und gemeinschaftlicher Basis ins Kaunertal/Kaiserbergtal und mehrfach in die Sesvenna. Dabei wurde in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft für Vogelkunde und Vogelschutz- Südtirol EO und Michael Bohkämper (Büro für Studien zur Biodiversität) ein speziell angefertigtes Gerät zur Aufnahme von Vogelstimmen im Bereich der Sesvennahütte installiert. Eine Bioakustik-Anlage nimmt über ein Mikrofon die Vogelstimmen auf, die Audiodateien werden gespeichert und über das Mobilfunknetz übermittelt. Im Tal werden sie von befugten Ornithologen übernommen und verarbeitet.

Dies soll zur Unterstützung der persönlichen Suche im Gelände dienen. Es bleibt spannend: wird der Nachweis der Alpenkrähe in der Sesvenna gelingen?

Autorin

Mag.a. Ursula Grimm

Naturwiss. Bibliothek / Zoologie
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