Begehbare Gedanken aus der Moderne #2

If I can’t dance, I don’t wanna be part of your Revolution – 13 Künstlerinnen aus den Modernen Sammlungen

Der britische Kulturkritiker John Berger erörtert in seinem Buch „Sehen. Das Bild der Welt in der Bilderwelt“ die Frage, wie das weibliche Subjekt in der abendländischen Kunst zwar über Jahrhunderte Inspirationsquelle und Sujet gewesen ist, aber fast nie Schöpferin, was weitreichende Auswirkungen auf die Selbst- und Außenwahrnehmung von Frauen hat. Die Präsentation „If I can’t dance, I don’t wanna be part of your Revolution“ mit dreizehn Künstlerinnen aus den Modernen Sammlungen knüpft an Bergers These an und kombiniert historische Vertreterinnen der österreichischen Avantgarde mit internationalen Positionen sowie jüngeren Tendenzen.

Alle gezeigten Positionen haben gemein, dass sie die Rolle ihrer Urheberinnen als Kulturproduzentinnen neu akzentuierten und sich mit gesellschaftlichen Rahmenbedingungen der Kunstproduktion und Körperpolitik beschäftigen. Es ist die erste, ausschließlich weiblichen Positionen gewidmete Sammlungspräsentation in der fast 200-jährigen Geschichte des Ferdinandeums.

Für das visuelle Erscheinungsbild der einzelnen Exponate von Maria Eichhorn, Silke Wagner, Ashley Hans Scheirl, Jakob Lena Knebl, Valie Export, Birgit Jürgenssen, Laura Horelli, Christine & Irene Hohenbüchler, Elaine Sturtevant, Esther Strauß, Sarah Lucas und Maria Lassnig war es entscheidend, die Ausstellungsarchitektur auf die Inhalte und das gezeigte Material abzustimmen. Die Aufgabe für die hierzu gewonnene Architektin Kathrin Aste / LAAC bestand darin, einen Präsentationsraum zu entwickeln, der sich selbstreflexiv auf die Kontexte bezieht, aus denen die Arbeiten und künstlerischen Praktiken hervorgehen, wie auch auf die neuen Zusammenhänge, die von bzw. in der Ausstellung angerufen werden.

Das eigens für die Sammlungspräsentation von Kathrin Aste entwickelte Display in der Artbox des Ferdinandeums strukturiert den Raum inhaltlich und visuell. Die asymmetrische Anordnung vier verschiedener Violett-Töne lässt eine diskursive Dynamik zu und die Exponate werden durch Nachbarschaften und Substitutionsmöglichkeiten miteinander verknüpft. Um den dynamischen Ansprüchen der gezeigten Exponate zu entsprechen, entwickelte Aste außerdem einen Faltplan, dessen grafisches Erscheinungsbild sich mit dem Display der Sammlungspräsentation synchronisiert.

Der Titel der Sammlungspräsentation geht zurück auf die Anarchistin und feministische Theoretikerin Emma Goldman. Sie lehnte jegliche Form von Institutionen ab, da sie tradierte Moralvorstellungen zementieren und dem menschlichen Bestreben nach Emanzipation entgegenstehen.

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