Christoph Hinterhuber

Dancefloor, 2004

Parallel zu der Außeninstallation am Ferdinandeum werden in der Studiogalerie Teile von Christoph Hinterhubers Arbeit „Dancefloor“ aus dem Jahre 2004 präsentiert.

Angesichts einer exorbitanten Produktion von Zeichen und Bedeutungen, hinter der die Unterscheidung zwischen politischen, ökonomischen und kulturellen Sphären verschwindet, stellt uns Christoph Hinterhuber in seiner sechsteiligen Arbeit „DANCEFLOOR“ die Frage, in welcher Demokratie bei all der Propaganda wir leben oder leben wollen.

„DANCEFLOOR“ meint bei Hinterhuber das politische Parkett, auf dem wir uns bewegen, und wenn wir die einzelnen Neon-Slogans miteinander kombinieren, verstehen wir sehr schnell, wie der Kapitalismus Signifikationspraktiken perpetuiert, mit dem Effekt, dass die Produktion von Zeichen und ihre Besetzung mit Bedeutungen zu einer zentralen Wertschöpfungspraktik des Millenniums geworden ist. Aber mit „GEGEN ALLES AGAINST EVERYTHING“ macht uns Hinterhuber auch darauf aufmerksam, welchen Widerstand wir den Elendsroutine entgegensetzen können.

Die Strategie des „GEGEN ALLES AGAINST EVERYTHING“ benennt die Möglichkeit, nicht korrupt zu werden oder bleiben zu müssen. Es ist eine Praktik der Verweigerung, eines nicht Mitmachens, einer Desertation. Die literarische Figur des New Yorker Büroangestellten Bartleby von Herman Melville steht für diese Form des Widerstands. Jedes mal wenn sein Chef ihn auffordert, bestimmte Aufgaben zu erledigen, antwortet Bartleby mit „I would prefer not to“.

Diese Antipraxis kann durchaus ein Moment des Übergangs zu einer emanzipatorischen Politik darstellen. Wenn es der Praxis der Negation gelingt, sich zu artikulieren, kann sie Alltagspraktiken von Herrschaft aussetzen und damit ein Feld für Politik öffnen. Aber, und das ist das Entscheidende, sie ist nicht schon Politik per se. Das „GEGEN ALLES AGAINST EVERYTHING“ an sich ist „leer“. Die Praxis des Verweigerns ist erst dann als politisch zu bezeichnen, wenn sie etwas konstituiert oder etwas Neues hervorbringt. Das heißt, solange sich das „GEGEN ALLES AGAINST EVERYTHING“ lediglich als isoliertes artikuliert und nicht vernetzt wird, festigt es vielmehr die Fortentwicklung des Kritikwürdigen.

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