Dauerausstellungen im TIROL PANORAMA mit Kaiserjägermuseum

Das Riesenrundgemälde

Das Innsbrucker Riesenrundgemälde von 1896 ist das Herzstück des Hauses. Der Münchner Maler Michael Zeno Diemer (1867-1939) stellte es unter Aufsicht des Historienmalers Franz von Defregger (1835-1921) in nur drei Monaten fertig. Zuvor hatte er gewissenhafte Recherche betrieben. Er studierte die Kriegsereignisse um 1809 genau, machte sich bei Fahrradtouren einen Eindruck von der Umgebung rund um den Bergisel und lieh sich originalgetreue Trachten als Vorlage. 

Auf mehr als tausend Quadratmetern Leinwand verdichten sich auf dem Riesenrundgemälde die Kämpfe der dritten Bergiselschlacht vom 13. August 1809 zu einem beinahe heilsgeschichtlichen Geschehen. Das Panorama enthält alle Zutaten, die den Mythos Tirol ausmachen: Landschaft und Menschen, den unbändigen Drang nach Freiheit und die enge Verbindung „nach oben“. 

 

SCHAUPLATZ TIROL

„Tirol pur“ finden die Besucher*innen im Schauplatz Tirol. Der unterirdische Ausstellungsraum erscheint wie eine reich gefüllte Schatulle. Im Einzelnen werden die Bereiche Religion, Mensch, Politik und Natur präsentiert. 

In den Boden eingelassene sowie an Stahlseilen aufgehängte Betonformteile veranschaulichen die Zerrissenheit der politischen Geschichte. Antizentralismus und Traditionalismus sind die Triebkräfte für den Aufstand von 1809. Danach wird die Freiheit zum Mythos: Tirol, die Geschichte einer Behauptung.

„Das Heilige Land“ erscheint in mächtigen Vitrinen mit Exponaten, die vor schweren, barock glänzenden Vorhängen zu schweben scheinen. Politik und Religion sind in Tirol eng verwoben. Das Christentum spielt eine große Rolle.

„Über die Tiroler“ erfährt man vieles in kantigen Säulen, die wie mächtige Bäume im Raum stehen. Hinter großen und kleinen Türen gibt es die Wesenszüge von sechs exemplarischen Tirolern zu entdecken. Das Fremdbild wird zum Selbstbild und als solches touristisch vermarktet.

In Tirol sind die Berge unumgänglich und Teil der Identität. Das Land liegt fast zur Gänze in den Alpen, nur etwa zwölf Prozent sind Dauersiedlungsraum. Eine über vierzig Meter lange, imposante Vitrine präsentiert eine Fülle an Gegenständen aus der Bergwelt Tirols, vom überfahrenen Bieber über Heilige Wässer bis zum Winterzauber.

 
Blick in die Ausstellung "Schauplatz Tirol"
© TLM
Blick in die Ausstellung "Schauplatz Tirol"

Ausstellung KAISERSCHÜTZEN

Ausgewählte Objekte aus den Beständen des Tiroler Kaiserschützenmuseums werden im ersten Untergeschoß präsentiert. Der Ausstellungsbereich lässt die jahrelangen Kämpfe der Tiroler Landesvertretung um die alten Rechte der Landesschützen Revue passieren und erzählt von ihren kräfteraubenden Einsätzen bis zum Ende des Ersten Weltkriegs.

Ausrüstungsgegenstände, Dokumente, Erinnerungsstücke sowie ein Medienbereich zeichnen die bewegte Geschichte der Kaiserschützen bis zur Traditionspflege durch den Kaiserschützenbund nach. Der Ehrentitel “Kaiserschützen” geht auf Kaiser Karl I. zurück, der die Landesschützen damit am 16. Jänner 1917 erstmals auszeichnete.

Sammlung Tiroler Kaiserschützen

 

 

Blick in die Ausstellung der Kaiserschützen
© TLM
Blick in die Ausstellung der Kaiserschützen

Sammlungsleiterin

Dr. Isabelle Brandauer