Die neue Sonderausstellung im Ferdinandeum legt das Augenmerk auf einen bisher wenig beachteten Teil von Maria Lassnigs künstlerischer Arbeit: ihre Zeichnungen. „Meine Zeichnungen sind interessanter als die Malereien“, schreibt die Künstlerin selbst. Bei einem Streifzug durch die Ausstellung lassen sich die vielschichtigen Entwicklungen in Lassnigs Schaffen sowie ihrer persönlichen Biografie unmittelbar nachvollziehen. Die Schau hebt zudem die Aspekte Körper und Text speziell hervor und beschert so ein Kunsterleben besonderer Art.
Ausnahmekünstlerin
Maria Lassnig zählt zu den bedeutendsten Vertreter*innen der Österreichischen Moderne. Ihre Position ist allein schon deswegen speziell, weil Lassnig eine Frau ist. In den 1980er- Jahren erlangte die 1919 geborene und 2014 verstorbene Künstlerin mit Einladungen zur Biennale in Venedig und zur documenta in Kassel internationalen Ruhm. Verdient hat sie sich ihren Platz in der Welt der Kunst mit herausragenden Gemälden. „Selbstporträt mit Stelzenfüßen“ (1969) etwa zählt zu den Meisterwerken der modernen Kunstgeschichte im Ferdinandeum. Mit der Sonderausstellung würdigen die Tiroler Landesmuseen nun Werk und Wirken der Künstlerin auf besondere Weise – und präsentieren weitere gute Gründe, Lassnig als herausragende Künstler*innenpersönlichkeit zu feiern.