Restaurierung live
Wie Restaurierung in der Praxis aussieht, können Sie in der Ausstellung auch erleben, wenn Sie angehenden Restaurator*innen vor Ort bei der Arbeit über die Schulter schauen. In Kooperation mit der Universität für angewandte Kunst Wien ergänzen zwei Restaurierungsateliers das Ausstellungsgeschehen im Ferdinandeum. Studentinnen aus der Gemälde- und der Textilrestaurierung arbeiten hier an eigenen Projekten und eröffnen einen unmittelbaren Einblick in die wahre Welt der Restaurierung und Konservierung, wie ihn eine Schau anders kaum vermitteln könnte. Je nach Fachbereich macht die Arbeit im Atelier einen großen Teil des Restaurator*innenberufs aus – doch es kommen auch andere Einsatzbereiche hinzu.
Mit Sicherheit
Die Sammlung der Tiroler Landesmuseen umfasst mehrere Millionen Objekte, vom winzigen Schmetterlingsmodell über jahrhundertealte Grafiken auf Papier, glitzernde Mineralien und aufwendige Trachten bis hin zum historischen Kaugummiautomaten und antiken Tonkrug. Ein Großteil davon wird im Sammlungs- und Forschungszentrum in Hall aufbewahrt – unter bestmöglichen Bedingungen, versteht sich. Ein besonders hohes Risiko, beschädigt zu werden, ergibt sich für die Gegenstände dementgegen, wenn sie das Museumsdepot verlassen, etwa um Teil einer Ausstellung zu werden. An Transport, Verpackung, Verleih von Sammlungsgut an andere Museen sowie dessen Präsentation bei einer Ausstellung sind Restaurator*innen somit ebenso beteiligt.
Im Detail
Wie vielfältig die Welt der Konservierung und Restaurierung tatsächlich ist, zeigt sich am besten an den vielen Fallbeispielen, die es in der Ausstellung zu bestaunen gibt. Das Repertoire reicht von einer zerknüllten Stoffhaube über den umfassend untersuchten Altar von Schloss Tirol bis hin zu einer zeitgenössischen Skulptur aus Kunststoff, die in ihre Einzelteile zu zerfallen droht. Zu den Objekten werden besondere Restaurierungsprojekte, Forschungsfragen und Spezialthemen vorgestellt. Im Nebeneinander geben sie einen Eindruck von der tatsächlichen Vielfalt der Restaurierungsarbeit. Erkunden Sie diesen sonst meist unsichtbaren Teil der Museumsarbeit „Im Detail“ – damit die vielen imaginären Restaurator*innen in den Köpfen in Zukunft nicht mehr nur Gemälde bemalen.