GESCHENK 1857: EIN GROSSGLOCKNERRELIEF
Im Frühjahr 1857 schenkte Franz Keil dem Ferdinandeum eine Reliefkarte des Großglockners und seiner Umgebung, sowie eine Höhenkarte. Gebirgsreliefs wurden in der Zeit des aufkommenden Fremdenverkehrs und Alpinismus zu begehrten Objekten, konnte man so im Geiste die Gebirgszüge erwandern.
Wer war Franz Keil?
Franz Keil wurde 1822 in Graslitz (heutiges Tschechien) geboren und studierte in Prag Pharmazie. Von 1852 bis 1858 war er als Apotheker in Lienz tätig. Dort begann er mit dem Bergsteigen. 1853 bestieg er den Großvenediger, zwei Jahre später den Großglockner. Diese Besteigungen hatten in ihm den Plan reifen lassen, Reliefdarstellungen der Alpenwelt zu schaffen. Er erkannte die Grenzen kartographischer Darstellungsmöglichkeiten und versuchte an ihre Stelle die „Geoplastik“ treten zu lassen. Unermüdliche Wanderungen in den Gebieten ermöglichten ihm über die bestehenden Landkarten hinausgehende Berechnungen. Die auf Autopsie beruhende Genauigkeit in Verbindung mit künstlerischem Geschick machte ihn zum Schöpfer von mehr als 30 Reliefs. Ein Relief soll die Landschaft nicht nur natur- und maßstabsgetreu, sondern auch dreidimensional darstellen. Reliefs sind Abbilder der Welt, einfach nur viel kleiner. Damals wie heute faszinierend. Aus der Vogelperspektive können die Landschaften betrachtet werden.