Provenienzforschung

Objekte mit bisher ungeklärter oder lückenhafter Provenienz, Restitution

RESTITUTION

Zwischen dem 13. März und dem 8. Mai 1945 sind diverse Kunstgegenstände ihren Eigentümerinnen und Eigentümern aus Gründen ihrer jüdischen Abstammung entzogen worden und ins Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum gelangt. Nach 1945 wurde der Großteil dieser Gegenstände zurückgestellt. Aufgrund  eingehender neuer Recherchen wurden in den letzten Jahren weitere Gegenstände jüdischer Provenienz ermittelt. Diese werden nunmehr zurückgestellt.

Bei der Rückgabe nach 1945 wurden vereinzelt Sach- und Geldspenden geleistet. Auch diese werden ebenfalls rückerstattet.

Provenienzforschung

In den Tiroler Landesmuseen werden seit 1999 die Erwerbungen hinsichtlich ihrer Provenienz erforscht. Eine Liste von Objekten weist eine bisher ungeklärte oder lückenhafte Provenienz auf, so dass ein NS-verfolgungsbedingter Entzug oder Zwangsverkauf vorläufig nicht ausgeschlossen werden kann. Es könnte sich jedoch ebenso um rechtmäßige Ankäufe bzw. Erwerbungen handeln. Die Erforschung der Provenienz dieser Werke hat zum Ziel, den Erwerb oder Zwangsverkauf kritisch zu durchleuchten und im Falle eines unrechtmäßigen Erwerbs Hinweise auf frühere Eingentümerinnen und Eigentümer oder deren Erbinnen und Erben zu ermitteln und gegebenenfalls Restitutionsverfahren einzuleiten.

OBJEKTE UNBEKANNTER PROVENIENZ AUS DEM BESITZ DES OBERSTEN KOMMISSARS

Auf Veranlassung von Gauleiter Franz Hofer als Oberstem Kommissar für die Operationszone „Alpenvorland“ (Gebiet Bozen, Belluno und Trient) wurden im Jänner 1945 in drei Kisten verpackt die nachfolgend angeführten Werke von Albin Egger-Lienz und einem Monogrammisten A.F. auf Schloss Friedberg gebracht. 1951 wurden diese Kisten im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum geöffnet und die darin befindlichen Werke als Leihgaben des Landes Tirol an das Museum inventarisiert.

Das Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum veröffentlicht diese Werke und ersucht um Mitteilung über deren Provenienz und deren ehemalige Eigentümerinnen oder Eigentümer und Rechtsnachfolgerinnen oder Rechtsnachfolger von Todes wegen.

OBJEKTE UNBEKANNTER PROVENIENZ AUS DEM KUNSTHANDEL 1938 BIS 1945

Seit 2011 werden die Erwerbungen aus dem österreichischen und deutschen Kunsthandel in der Zeit von 1938 bis 1945 durchgesehen und auf deren Provenienzen erforscht. Die im PDF unten aufgelisteten Objekte gelangten während der NS-Zeit über den Kunsthandel in die Tiroler Landesmuseen und es gibt Hinweise darauf, dass eine Entziehung nicht ausgeschlossen werden kann. Bei diesen Objekten ist der ursprüngliche Eigentümer unbekannt und so kann ein NS-verfolgungsbedingter Entzug oder Zwangsverkauf vorläufig nicht ausgeschlossen werden. Es könnte sich jedoch auch um rechtmäßige Ankäufe / Erwerbungen handeln.

ERWERBUNGEN ÜBER DAS KUNSTVERSTEIGERUNGSHAUS WEINMÜLLER, München

Die im Folgenden aufgelisteten Objekte gelangten über die Auktion Nr. 27 des Kunstversteigerungshauses Weinmüller in München vom 20./21. Mai 1941 in die Tiroler Landesmuseen. Bei diesen Objekten ist der ursprüngliche Eigentümer bzw. die ursprüngliche Eigentümerin unbekannt und so kann ein NS-verfolgungsbedingter Entzug oder Zwangsverkauf vorläufig nicht ausgeschlossen werden. Es könnte sich jedoch auch um rechtmäßige Ankäufe / Erwerbungen handeln.

IKG WIEN

Die Abteilung für Restitutionsangelegenheiten der Israelitischen Kultusgemeinde Wien (IKG Wien) widmet sich, einhergehend mit den internationalen und österreichischen Entwicklungen im Bereich Aufarbeitung der NS-Zeit, intensiv den Fragen von Entschädigung und Restitution von in der NS-Zeit entzogenen Vermögenswerten.

www.restitution.or.at

NATIONALFONDS

In der Kunst-Datenbank des Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus finden Sie Informationen zu Kunst- und Kulturgegenständen, die sich heute in Museen und Sammlungen der Republik Österreich oder der Stadt Wien befinden und bei denen nach aktuellem Stand der Provenienzforschung die Möglichkeit besteht, dass sie in der NS-Zeit entzogen wurden. Die Veröffentlichung in der Kunst-Datenbank erfolgt in Kooperation mit den betroffenen Museen und der österreichischen Provenienzforschung und soll zur Klärung der Restitutionsfähigkeit der Gegenstände beitragen.

www.kunstdatenbank.at

Ihre Ansprechpartner