11.2.2021
4 min
Mag.a. Clara Maier

Tirol-Spaziergang: Kufstein

Nach Kufstein führt der nächste Spaziergang mit den Historischen Sammlungen: zum Denkmalweg und in die nahe gelegene Bergwelt.

Begleitet uns auf Spaziergängen quer durch das historische Tirol – von Innsbruck bis Meran, vom Wilden Kaiser bis zum Achensee. 

Lasst euch dazu inspirieren, das Land zu Fuß zu erkunden – denn das geht auch in Coronazeiten – und erlebt gleichzeitig, wie es an den unterschiedlichsten Orten früher ausgesehen hat. Die historischen Bilder dazu stammen aus unseren Historischen Sammlungen

#3 Kufstein

Direkt aus der Stadt heraus führt der Kufsteiner Denkmal-Weg. Der gemütliche Spaziergang folgt historischen Spuren, etwa zu Friedrich List, Josef Madersperger und Andreas Hofer. Hinter dem Andreas-Hofer-Denkmal, am Scheitelpunkt des Kalvarienberges, befindet sich außerdem die Kriegergedächtniskapelle. Schon von dieser kleinen Erhebung aus gibt es einen wunderbaren Ausblick auf die Festung Kufstein, dem Wahrzeichen der Stadt am Inn.

Blick auf die Festung Kufstein

Die Festung Kufstein wurde 1205 erstmals urkundlich erwähnt. Aufgrund der Grenznähe ist es wenig verwunderlich, dass sie bereits des Öfteren im Mittelpunkt kriegerischer Auseinandersetzungen stand. Heute wird die Festung als beliebter Veranstaltungsort genutzt. Täglich spielt um zwölf Uhr mittags die Heldenorgel um den Gefallenen der beiden Weltkriege zu gedenken. Des Weiteren kann man auf der Festung das dortige Heimatmuseum besuchen.  

Kufstein, 2020
© Clara Maier
Kufstein, 2020

Vom Kalvarienberg zum Stadtberg

Vom Kalvarienberg wiederum ist es nur ein Katzensprung zum Stadtberg. Wer den Spaziergang ausdehnen möchte, sollten diesen Weg einschlagen: die Wanderung über die Dickichtkapelle und die Krampuswand zur Duxeralm oder zum Berggasthof Aschenbrenner lohnt sich. Der Ausblick vom höher gelegenen Berggasthof reicht bis ins Hochtal Thiersee mit dem Pendling und dem deutschen Mangfallgebirge.

Steil bergauf: die hochalpine Welt des Kaisergebirges

Am Berggasthof Aschenbrenner angekommen eröffnet sich die hochalpine Welt des Kaisergebirges. Ist der Weg über das Brentenjoch zum Weinberger Haus oder die Kaindl-Hütte noch durchaus für wanderfeste Familien geeignet, so bedarf es für einen Rundweg über den Bettlersteig in das – durch die Fernsehsendung „9 Plätze – 9 Schätze“ noch mehr in den Fokus gerückte –  Kaisertal bereits alpiner Erfahrung und Trittsicherheit. Generell sind die Hochalmen und Schutzhütten am Fuße der Steilwände des majestätischen „Koasas“, wie die Einheimischen den imposanten Gebirgszug nennen, als Ausgangspunkt schwieriger Kletter- und Bergtouren sehr beliebt.

Mountainbike und Almabtrieb

Doch nicht nur zum Wandern, Bergsteigen und Klettern lohnt sich ein Abstecher in die südlich von Kufstein gelegene Bergwelt. Durch das weitläufige Netz von Forststraßen eignet sich der Stadtberg auch für ausgedehnte Touren mit dem Mountainbike. Alle bereits oben erwähnten Hütten können auch per Bike angesteuert werden. Die durchaus anspruchsvollen Routen sind mit etlichen Höhenmetern gespickt und mit Hinweistafeln bestens ausgeschildert. Ein kleines Detail am Rande: Jedes Jahr Ende September wird dort der Kufsteiner Stadtmeister auf dem Mountainbike gekürt. Die Strecke führt dabei direkt vom Stadtzentrum zum Berggasthof Aschenbrenner. An dem Rennen, welches sich großer Beliebtheit erfreut und am selben Tag wie der Almabtrieb stattfindet, können aber natürlich auch „Nicht-Kufsteiner*innen“ teilnehmen.

Autorin

Mag.a. Clara Maier

hat einige Orte in Tirol im 21. Jahrhundert fotografiert und gemeinsam mit MMag. Hannes Gründhammer, der die Archive durchforstet hat, alt und neu kombiniert.
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