Vogelkundliche Exkursion nach Stams
Ein Vormittag zum gemeinsamen Austausch von OARGE, Birdlife und TIWAG beim Unterwasserbecken Stams.Im Rahmen einer Kooperation der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft der Tiroler Landesmuseen (OARGE) mit Birdlife bot sich die Gelegenheit, das Unterwasserbecken (UWB) Stams gemeinsam mit Vertretern der TIWAG (Martin Schletterer und Alexandra Schönegger) näher zu erkunden. Anschließend gab uns Robert Neuner (TIWAG) eine Führung im Kraftwerksgebäude.
Das UWB Stams ist das Schwall-Ausgleichsbecken, das im Zuge der Kraftwerkserweiterung Sellrain-Silz auf ca. 10 Hektar mit einem Fassungsvermögen von 300.000 Kubikmetern Wasser auf Stamser Gemeindegebiet errichtet worden ist.
Wie wird die Wasserökologie des Inns durch die Kraftwerke und den daraus resultierenden Schwallbetrieb beeinflusst? Was kann das Unterwasserbecken ausgleichen? Durch die zeitlich verzögerte Ableitung des Wassers in den Inn wird der Schwall verringert. Wir hatten die Gelegenheit im Kraftwerksgebäude zu sehen, wie und wo das Wasser gesammelt und in das Becken abgegeben wird.
Zwischenstopp für Vögel
Wie wirkt sich eine derart große Wasserfläche auf die Vogelwelt aus? In Tirol gibt es kaum große Wasserflächen, so dass Vögel vom UWB angelockt werden. Viele Arten legen am Durchzug einen Zwischenstopp ein. So konnten während der Bauzeit hier interessante Vogelarten wie Grünschenkel, Seidenreiher, Schwarzkopfmöwe, Zwergstrandläufer, Eisvogel, Bruchwasserläufer und Flussuferläufer beobachtet werden. Als Brutplatz ist der Bereich um das UWB jedoch weniger geeignet. Durch die Einzäunung kann zwar eine Störung durch Menschen und Hunde minimiert werden, allerdings ist der sich ständig ändernde Wasserstand problematisch.
Welche Maßnahmen können rund um das Becken getroffen werden, um das Areal attraktiv für Vögel und andere Tiere zu gestalten? Noch ist das Gelände arm an Vegetation, Anpflanzungen mit Weiden schaffen hier Abhilfe. Am Ostende des Geländes wurden Bereiche für Amphibien eingerichtet.

Vogelbeobachtung um das Areal
Bei dem zweistündigen Rundgang um das UWB konnten 25 Vogelarten gesehen und/oder gehört werden. Davon wurden allerdings nur drei Arten (Bachstelze, Gebirgsstelze und Krickente) direkt am Gewässer festgestellt. Die Krickente wurde zum Vogel des Jahres 2025 gewählt, acht Individuen flogen während der Exkursion mehrmals vorbei. Mindestens 20 Feldsperlinge nutzten immer wieder den Zaun, der das Gelände umgibt.
Ingrid Bistan beobachtet seit Jahrzehnten Vögel in der Gegend. Sie hat die Entstehung des UWB von Baubeginn an mit verfolgt. Ihr Einsatz und der Kontakt zur TIWAG ist wichtig, um auf Probleme und mögliche Lösungsansätze aufmerksam zu machen. So konnten beispielsweise für die Schwarzkehlchen, die in dem Bereich gebrütet haben, Erdhügel geschaffen werden. Bleibt zu hoffen, dass die Vögel Strukturen als Ersatzbrutplätze annehmen. Im Zuge der Exkursion konnten zwei Schwarzkehlchen (ein Männchen und ein Weibchen) dort gesehen werden. Ein weiteres mögliches Brutpaar wurde am anderen Ende des Areals beobachtet.
Wir danken Ingrid Bistan für die Organisation und Leitung der Veranstaltung sowie Martin Schletterer und Alexandra Schönegger (TIWAG) für die Informationen, die Begleitung der Exkursion und die anregenden Gespräche. Robert Neuner (TIWAG) vielen Dank für die Führung im Kraftwerksgebäude mit den interessanten Einblicken. Auch allen Teilnehmern sei herzlich für die gemeinsame Beobachtung und die spannenden Diskussionen gedankt.




