20.10.2022
3 min
Dr. Ralf Bormann

In Obhut genommen

Unter dem Titel „In Obhut genommen“ stellt die Grafische Sammlung eine Auswahl an modernen und zeitgenössischen Grafiken vor.

Die Schenkung aus der Karlheinz und Agnes Essl Privatsammlung

Die Kunstsammlungen der Tiroler Landesmuseen verdanken ihre Bestände ganz überwiegend den hochherzigen mäzenatischen Zuwendungen von Bürgerinnen und Bürgern, deren Liebe zur Kunst von dem hehren Anspruch begleitet wird, ihre Kunsterlebnisse mit der Allgemeinheit zu teilen und die Kunstwerke in musealen Räumen zugänglich zu machen. Die Vorlieben der Kunstsammler*innen führen dergestalt im Lichte der Öffentlichkeit ein dauerndes Nachleben und verleihen den auf solche Weise zusammengetragenen Museumbeständen einen ganz eigentümlichen, bei näherer Betrachtung gar unverwechselbaren Charakter.

Viel mehr noch als bei enzyklopädisch angelegten fürstlichen oder akademischen Sammlungen sind die aufgrund bürgerschaftlichen Engagements entstandenen und fortgebildeten Bestände freilich vom Überlieferungszufall geprägt. Aufgabe der mit der Bewahrung, Mehrung, Erforschung und Vermittlung des ihnen anvertrauten Kunstschatzes befassten Kustod*innen ist es daher, die Lücken in den Beständen zu erkennen und sich um Abhilfe zu bemühen.

Die Sammlung Essl zählt zu den bedeutendsten Sammlungen österreichischer Kunst nach 1945 und ist eine der wichtigsten Sammlungen für Gegenwartskunst in Europa. Die österreichische Kunst ist in einer unvergleichlichen Breite und Tiefe vorhanden und durch die internationale Ausrichtung der Sammlung in einen internationalen Kontext gebettet, der Strömungen und Querverbindungen im Kunstgeschehen nachvollziehbar werden lässt. Daher ist es ein besonderer Glücksfall, dass Karlheinz und Agnes Essl uns ihre freigiebige Gunst zugewandt und den Bestand der Grafischen Sammlung um unverzichtbare Positionen der zeitgenössischen Kunst bereichert haben. Mit dieser fulminanten Erweiterung hat sich nicht nur die stupende Kennerschaft der Eheleute Essl unhintergehbar in unsere Bestände eingeschrieben; sie ist uns zudem Ansporn und Verpflichtung, zum Wohl und Gedeih der Grafischen Sammlung den seit nahezu 200 Jahren eingeschlagenen Weg fortzusetzen, Tiroler und österreichische Kunst in internationaler Ausrichtung unseren Besucher*innen ästhetisch erlebbar werden zu lassen.

Autor*in

Dr. Ralf Bormann

 
Ralf Bormann, Leiter der Grafischen Sammlung
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