Ein reisender Kunsthändler als Musiker und Zeitzeuge
Das Reisetagebuch des Augsburger Kunsthändlers und Diplomaten Philipp Hainhofer ist eine schier unerschöpfliche Quelle zur europäischen Kulturgeschichte der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Der vielseitig humanistisch gebildete Kaufmann bereiste die Höfe, Residenzen und städtischen Zentren in ganz Mitteleuropa. Er war ein ungemein genauer Beobachter, der sich vor allem für Kunst, Kunsthandwerk und Musik interessierte. Seine Berichte über Aufenthalte am Innsbrucker Hof enthalten wertvolle Informationen zur Musikpflege und geben ein lebendiges Bild vom Glanz höfischen Lebens in der erzfürstlichen Residenzstadt. Philipp Hainhofer war auch Lautenist: Er hinterließ zwei umfangreiche handschriftliche Lautenbücher aus den Jahren 1603–04, die offenbar in Zusammenhang mit seinem eigenen Unterricht stehen und auch viele Intavolierungen protestantischer Choräle enthalten. Musik aus diesen Lautenbüchern, die in der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel aufbewahrten Büchern bildet die musikalische Umrahmung unseres Hainhofer-Abends.
ConTakt versteht sich als Plattform für die Alte-Musik-Szene in Tirol und als offenes Forum für Musiker*innen, Veranstalter*innen und interessierte Zuhörer*innen. Geboten wird ein breites Spektrum unterschiedlichster Formate, das von Diskussionen und Vorträgen von Musiker*innen und Instrumentenbauer*innen über Gesprächskonzerte und Workshops mit didaktischem Ansatz bis hin zu Vorstellungen von Instrumenten und Sammlungen reicht.
Für Idee, Konzept und Moderation zeichnen Ilse Strauß und Franz Gratl verantwortlich, Träger sind das Haus der Musik Innsbruck und Innsbruck Tourismus, die Veranstaltung wird von den Tiroler Landesmuseen unterstützt und mitgetragen.
Alessandro Baldessarini, Laute