Volkskunst ist ein Begriff, der zum Fremdeln einlädt, zum Grübeln anstiftet und zum Wagen anregt. Irritiert? Schön, denn dies ist eine Einladung!
Symposium zu einem vertraut-verdächtig-verhandelbaren Thema
18 Juni: öffentliche Festveranstaltung
14 Uhr: Get together im Kreuzgang, Tagungsbüro im TVKM
14-18 Uhr: Informationen zu einigen laufenden Projekten:
- „Orange the Stuben“ (Studierendenprojekt, Empirische Kulturwissenschaft)
- „Geschichte Begreifen“ (Taktiles Relief für die Hofkirche, Projekt Innklusion)
- Stuben anders erleben (Pilotprojekt für eine immersives Hörerlebnis)
- „Safe Place Volkskunstmuseum“ (Entwicklung Kinderschutzkonzept)
16 -17 Uhr: Führung durch die Ausstellung „Aufgespürt“ mit Kuratorin Sonia Buchroithner und Kulturvermittlerin Ute Strimmer
18.00 Uhr: Fest anlässlich 100 Jahre Volkskunstmuseum im Eigentum des Landes Tirol
Grußworte durch HR Melanie Wiener (Abteilung Kultur, Land Tirol) und Andreas Rudigier (Direktor Tiroler Landesmuseen)
Festvortrag von Wolfgang Meixner (Universität Innsbruck)
„…daß die Errichtung und die Erhaltung des Volkskunstmuseums im Interesse des ganzen Landes liegt…‘“. Die Übernahme des Volkskunstmuseums von der Handels- und Gewerbekammer im Jahr 1926.
Musikalische Umrahmung durch grenzüberschreitende Festival Alpen Classica
Anmeldung unter: volkskunstmuseum@tiroler-landesmuseen.at

19. Juni, Symposion
9.00 Uhr: Get together
9.30 Uhr: Impulsvorträge von Katja Mieth (Sächsische Landesstelle für Museumswesen), Michael Greger (Salzburger Landesinstitut für Volkskunde), Anna-Sophia Achatz-Reichelt (Diözesanmuseum Freising)
Moderation: Alexandra Untersulzner (Südtiroler Landesmuseum für Volkskunde Dietenheim)
10.50 Uhr: Impulsvorträge von Claudia Augustat (Weltmuseum Wien), Günther Oberhollenzer (Künstlerhaus Wien), Niko Wahl (freier Kurator)
Moderation: Sabine Fauland (Österreichischer Museumsbund)

Impulsvorträge
- Volkskunst im Spannungsfeld von Tradition, Kunst und Gewerbe
Was ist sächsische Volkskunst – eine Erfindung des Museumsgründers Oskar Seyffert? Kommt alles „vom Hofe“ oder „vom Bergwerk her“? Wie eng und auf welche Weise sind Kunst und Handwerk verflochten? Lassen sich Tradition und Innovation vereinen? Ein Blick in Sachsens Museen und Sammlungen.
Katja Mieth, Sächsische Landesstelle für Museumswesen - Stadträume und wiederentdeckte Ländlichkeit(en): Perspektivierungen von Kulturforschung
Die Volkskunde hat die angeblich „zersetzende“ Stadt schon früh als Kontrastfolie angesehen. Der ÖVA (1959-1982) und seine Akteur*innen versuchte „Kulturräume“ zu finden. Leopold Schmidt und einige Wenige hielten etwas dagegen, aber vor allem Protagonist*innen der gewandelten (Post-)Volkskunde in Österreich bemühten sich seit den 1970er-Jahren, diese künstliche Trennung zu überwinden und auch städtische Milieus in den wiss. Fokus zu nehmen.
Konzepte wie „R-Urban“, neues Nachdenken über Raum-Kultur und ein veränderter kulturwissenschaftlicher Blick auf Ländlichkeit(en) ab den 2000er-Jahren, sollen im Fokus des Kurzinputs stehen.
Michael Greger, Salzburger Landesinstitut für Volkskunde - Wie immer. Nur anders. Das Diözesanmuseum Freising – ein katholisches Kunstmuseum für alle
2022 wurde das Diözesanmuseum Freising nach langjährigen Renovierungsarbeiten wieder eröffnet. Die dem Umbau zugrunde liegende Idee der geöffneten Wände hat sich seitdem als richtungsweisend für sein Auftreten als Museum für christliche Kunst erwiesen. Anhand von unterschiedlichen Konzepten und Projekten, die im Vortrag vorgestellt werden, wird der Versuch aufgezeigt, ein katholisches Museum zu einem Ort für alle zu machen – und wie katholische Kunst und Traditionen zu einem integrativen Element werden können.
Anna-Sophia Achatz-Reichelt. Diözesanmuseum Freising - Vielstimmigkeit. Vom Eigenen und vom Fremden in Museen
2017 wurde das Weltmuseum Wien mit einer Neugestaltung der Schausammlung wiedereröffnet. Vielstimmigkeit war dabei ein Grundprinzip, das Chancen, Herausforderung und Grenzen aufzeigt.
Claudia Augustat, Weltmuseum Wien - Kunst, Kirche und Dialog, Wie begegnen die Kunst der Gegenwart christlichen Bildthemen und eine über Jahrhunderte tradierte Ikonografie, die tief in der westlichen Kultur verwurzelt ist?
Ausgehend von der vieldiskutierten Ausstellung „DU SOLLST DIR EIN BILD MACHEN. Zeitgenössische Kunst und religiöses Erleben“ (Künstlerhaus Wien, 2025/2026) erzählt Günther Oberhollenzer über Künstler*innen, die sich mit kritischem aber auch liebevollem, mit humorvollem, aber auch feministischem Blick den christlichen Bildmotiven annähern und neue Sichtweisen ermöglichen. Dabei geht es weniger um vordergründige Provokation oder lauten Protest, sondern mehr um einen differenzierten Blick, eine Suche nach Gemeinsamkeiten im Bestreben, einen Dialog von zeitgenössischer Kunst und Religion zu fördern.
Günther Oberhollenzer, künstlerischer Leiter, Künstlerhaus Wien - DIVERSE OBJEKTE
Wenn Objekte nicht ausschließlich als Belege für abgeschlossene kuratorische Narrative genutzt werden, sondern verstärkt in ihren vielfältigen sozialen Zusammenhängen wahrgenommen werden, eröffnet sich eine Vielzahl – meist unvorhergesehener Aussagen und erzählbarer Geschichten. Diese Multiperspektivität kann sich zwar als herausfordernd für das Ausstellungsnarrativ erweisen, führt jedoch auch zu inhaltlichen
Anhand einzelner, in der Vergangenheit ausgestellter Objekte, will dieser Beitrag Relevanz, Möglichkeiten und potentielle Herausforderungen der Multiperspektivität in der kuratorischen Arbeit zur Diskussion stellen.
Niko Wahl
14.15 Uhr „Arge volkskundlich Sammeln“: Objektgespräche in den Stuben
Hanna Wäger mit Christina Hollomey-Gasser, Jutta Profanter mit Ursula Lingscheid, Charisse Santos mit Volker Schönwiese, Karl C. Berger mit Stefan Schöch, Verena Pfaff mit Katharina Walter, Flora Kaserer mit Rosanne Dematte
16.00 Uhr: Fishbowl-Diskussion
Anmeldung unter: volkskunstmuseum@tiroler-landesmuseen.at
20. Juni Fest der Vielfalt
Wir feiern mit der Stadt Innsbruck: Das Fest der Vielfalt ist eine Veranstaltung für Demokratie, Menschenrechte und gesellschaftliche Teilhabe. Von 12.00 bis 20.00 Uhr wird im Tiroler Volkskunstmuseum die gelebte Vielfalt in Innsbruck mit Musik, Workshops, Ausstellungen und Kulinarischem aus aller Welt sichtbar gemacht.
Der aktuelle Flyer
Keine Anmeldung erforderlich.



