In der Ausstellung „Hand:Werk:Kunst. Design in Tirol“ zeigt das Tiroler Volkskunstmuseum rund 50 Designobjekte made in Tyrol. Beim Besuch der Ausstellung kann man die Schönheit der Formen, die Auswahl der Materialien und die Funktionalität der Objekte bewundern. Wir sehen dort Produkte, die das Ergebnis eines langen kreativen Prozesses sind. Aber (jedes) Design beginnt mit einer Idee. Um in diesen Prozess eintauchen zu können, gibt es in der Ausstellung eine Zeichenstation. Dort lautet die Aufgabe: Stell dir ein Objekt vor, das dir den Alltag erleichtern könnte! Diese Station ist bei Besucher*innen sehr beliebt: In den ersten sechs Monaten der Ausstellung wurden 460 Entwürfe angefertigt und mit der Öffentlichkeit geteilt, indem sie an einer dafür vorgesehen Wand präsentiert wurden.
Besucher*innen zeichnen, was es noch nicht gibt
Die Aufgabe ist nicht so einfach, wie sie klingt: Versuchen Sie sich einen Gegenstand vorzustellen, der Ihnen das Leben erleichtern kann. Was kommt Ihnen in den Sinn?Nachhaltigkeit im Blick
Doch was haben sich die Besucher*innen gewünscht und was haben sie entworfen? Es werden einige Hauptthemen deutlich: Die Umwelt steht bei vielen Projekten im Mittelpunkt. Da gibt es z.B. kippbare Badewannen, um den Wasserverbrauch zu verringern; Duschen, die mit Toiletten verbunden sind, um Wasser wiederzuverwenden; Konverter, die Autoabgase in Energie umwandeln; Maschinen für das häusliche Recycling oder für die Mülltrennung; Abfalleimer, die „Leuten hinterherrufen, die etwas fallen gelassen haben – sie sind dabei sehr penetrant und doch höflich“. Auch Roboter-Libellen, die den Insekten beim Bestäuben helfen, gibt es. Entworfen wurde sogar eine Haarklammer, die dazu einlädt, nachhaltig zu denken.
Alltägliche Helferlein
Die kleinen alltäglichen Aufgaben müssen aber wirklich belastend sein! Denn Projekte mit Robotern, die kochen, putzen und aufräumen, kommen vielfach vor. Es gibt auch smarte Kleiderschränke, die Kleidung sortieren, sie nach der Saison auswählen und uns sogar anziehen, und schließlich viele Maschinen, die den Inhalt des Kühlschranks direkt in unsere Hände (wenn nicht sogar direkt in unseren Mund) liefern. Wir finden sogar einen sehr detaillierten Entwurf für einen Dusch-Bierhalter um „mehr Effizienz zum Biertrinken in der Dusche“ zu erreichen! Nachdenklich macht, dass diese Roboter und Maschinen uns Entscheidungen abnehmen: was wir tun, essen, anziehen, sagen, denken.
Mobil über Barrieren hinaus
Mobilität ist wichtig. Und so finden wir alles: von Mary Poppins-Taschen, die alles optimal verstauen, über Rucksäcke, die voll, aber nicht schwer sind, bis hin zu Roller-Koffern und fliegenden Schuhen. Und noch die verschiedensten leichten, klappbaren und flexiblen Transportmittel.
Barrierefreiheit – im weiteren Sinne – ist ebenfalls ein Thema. Neben Objekten, die das Potenzial unserer Sinne erweitern (wie z.B. Brillen, die uns auch nachts sehen lassen, und Übersetzungskopfhörer „for easier communication between people“), gibt es Projekte für Menschen mit Beeinträchtigungen, wie z.B. Titanbrillen mit Sensoren für blinde und farbenblinde Menschen oder ergonomische Behälter, die für Menschen mit Tremor leicht zu greifen sind.
Blick in die Zukunft
In der Kategorie „Projekte, die noch etwas länger dauern werden“, sind: Zeitmaschinen, Verjüngungsmaschinen, Geldmaschinen, Verdoppelungsmaschinen und unser aller Traum: Teleportation, für die es unzählige Entwürfe gibt.
Wir sind gespannt, welche Projekte noch entworfen werden: Die Ausstellung läuft bis zum 23. März!