Defregger war ein Geschäftsmann. Er malte, was sich verkaufen ließ, vom Dirndl bis zur Berglandschaft. Anders im Privaten: Dort brachte er Aktdarstellungen und die Faszination für andere Kulturen auf die Leinwand.
Im Ferdinandeum wird Franz von Defreggers „unbekannte Seite“ gezeigt. Was unterscheidet seine private von der öffentlichen Malerei?
Ausstellungsmacher Peter Scholz: Die Bilder, die er verkaufte, malte er fein und exakt, mit kleinen Pinseln, sodass sie schon fast wie ein Foto wirken. Privat hingegen malte er mit freien, schnellen Strichen, sehr offen – eine Malweise, wie sie französische Künstler in dieser Zeit entwickelt hatten. Das war aber nie für den Markt bestimmt. Ich weiß gar nicht, ob es einen anderen Maler gibt, bei dem man so einen Unterschied zwischen der offiziellen und der privaten Malerei erkennen kann.
Und welche Motive kamen auf seine Leinwand?
Scholz: Viele kennen Defreggers akademisch gemalte Landschaften, Andreas-Hofer-Bilder, Dirndl und bäuerliche Motive. Seine privaten Aktdarstellungen sind den meisten dafür nicht bekannt, es gibt auch nur ganz wenige davon. In der Ausstellung zeigen wir jedoch gleich mehrere, sehr freizügige und für Defregger überraschende Bilder. Weitere eher unbekannte Motive sind Porträts von Menschen aus anderen Kulturen.