Heimliche Schätze #7
Ob klein und unscheinbar, nostalgisch, skurril oder rätselhaft: In unserer Reihe holen wir meist unbemerkte Objekte aus hunderten Jahren Tiroler Kunst und Kultur zum Vorschein – und mit ihnen die Geschichten, die sie besonders machen. Mit der heutigen Ausgabe geht es in die Vergangenheit, genauer gesagt ins Jahr 1850.
Eisenbahnentwurf (1850), Historische Sammlung
München – Innsbruck in wenigen Stunden, das war vor 200 Jahren noch undenkbar. Doch mit dem Ausbau des Eisenbahnnetzes sollten lange, beschwerliche Reisen zu Pferd und Kutsche bald der Vergangenheit angehören.
Die Karte zeigt einen Entwurf zur Eisenbahnverbindung zwischen München und Innsbruck aus dem Jahr 1850. Mitte des 19. Jahrhunderts beförderte die Eisenbahn immer mehr Erholungssuchende nach Tirol und trieb die touristische Entwicklung der Region maßgeblich voran. Mit der 1867 in Betrieb genommenen Brennerbahn konnte man die Strecke von Innsbruck nach Bozen in etwa sechs anstatt in fünfzehn Stunden weitaus bequemer und schneller, als noch mit der Postkutsche, hinter sich bringen. Zeitgenossen feierten die Bahn als Meisterleistung der Technik. Für die wirtschaftliche Zukunft und den einsetzenden Fremdenverkehr wiederum war der Anschluss Tirols an das europäische Eisenbahnnetz durch die Brennerbahn eine unverzichtbare Voraussetzung.
Heute sieht man vom Tirol Panorama am Bergisel aus die starken landschaftlichen Veränderungen durch den Bau des Brenner-Basis-Tunnels. Womöglich sind in 200 Jahren wenige Stunden für die Strecke München – Innsbruck längst nicht mehr denkbar.
Der Karte mit dem Eisenbahnentwurf zur Strecke München – Innsbruck (1850) ist aktuell im Tirol Panorama mit Kaiserjägermuseum zu sehen.

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